Chinas Hunger nach Robotik

Die weltweite Nachfrage nach Robotern ist 2020 um 2 % zurückgegangen. Im Vergleich etwa zum Maschinenbau war dies ein moderater Rückgang. Nur in China konnte der Markt wachsen. Foto: Dürr


Weltweit sind die Verkäufe von Robotern 2020 um 2 % zurückgegangen, nur China konnte zulegen, so die International Federation of Robotics (IFR).

Die vorläufigen Zahlen für den Weltmarkt für Roboter zeigen eine unheimliche Lage in den einzelnen Ländern; dabei stieg die Zahl der verkauften Industrieroboter in China im vergangenen Jahr um 19 %. „In China, wo der Coronavirus-Lockdown als erstes in Kraft trat, startete die wirtschaftlichen Erholung der Robotikindustrie bereits wieder im Jahr 2020. Insgesamt wurden 167.000 Industrieroboter ausgeliefert“, sagt IFR-Präsident Milton Guerry.

Unternehmen in China kaufen Industrieroboter vor allem im Ausland

Der dynamische Markt in China wirkt sich auch deutlich positiv auf die Konjunktur ausländischer Anbieter aus. Mit einem Absatzplus von 24 % wurden 123.000 Industrieroboter ausländischer Unternehmen verkauft. Japanische Firmen verzeichnen dabei einen dominanten Marktanteil. Chinesische Anbieter lieferten 44.000 Einheiten in ihren Heimatmarkt. Das entspricht einem Plus von 8 % im Vergleich zu 2019.

Starkes Wachstum in Nordamerika und Europa erwartet

„Der Ausblick für die Robotikindustrie ist optimistisch“, so Guerry. Die Auftragseingänge lassen 2021 ein starkes Wachstum für Nordamerika und Europa erwarten. Die Auftragsbücher in den USA füllen sich bereits schnell. In Deutschland zeigt die Prognose eine starke Erholung für das laufende Jahr und signalisiert eine Trendwende für die Branche. Noch bessere Umsatzzahlen lassen sich erreichen, wenn die aktuellen Lieferengpässe bei Schlüsselkomponenten schnell überwunden werden können.

Der VDMA-Fachverband Robotik und Automation geht davon aus, dass die Branche in Deutschland 2021 um 11 % auf 13,4 Mrd. EUR Umsatz wachsen wird, nachdem sie 2020 ein Minus von 18 % verbuchen musste:

Treiber sind erneuerbare Energien und Umwelttechnologien

Zudem sorgt der globale Weg zur Klimaneutralität für Neugeschäft. Um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, haben die Volkswirtschaften begonnen, erneuerbare Energien und Umwelttechnologien in nie dagewesener Dimension zu skalieren. Robotik und Automatisierung ermöglichen es Unternehmen aller Größenordnungen, die benötigten Komponenten zu produzieren. Dazu zählen beispielsweise Brennstoffzellen für wasserstoffbetriebene Autos, Batterien für den Transportsektor oder Solarzellen im Energiesegment. Eine neue Generation einfach zu bedienender Robotik hilft dabei, Produktionsprozesse zu optimieren und die Fertigung zu wettbewerbsfähigen Kosten näher an die regionalen Märkte zu bringen.

„Die Robotik hat bewiesen, dass sie eine schnelle Anpassung der Produktion möglich macht und flexibel auf Nachfrageänderungen sowie kleinere Losgrößen reagiert", betont Guerry. „Die Vorteile der erhöhten Produktivität sichern Arbeitsplätze und halten Unternehmen wettbewerbsfähig."

sk