China erstmals Exportweltmeister bei Kunststoffmaschinen

Auch bei Kunststoffmaschinen ist China nun Exportweltmeister. Foto: Kurious/Pixabay

China hat Deutschland als Kunststoffmaschinen-Exportweltmeister abgelöst, wie eine aktuelle Studie von Germany Trade & Invest (GTAI) belegt.

Die neuen Exportweltmeister haben im vergangenen Jahr Kunststoffmaschinen im Wert von 4,1 Mrd. USD aus China ausgeführt. Die deutschen Maschinenbauer kamen auf Exporte im Wert von 4,0 Mrd. USD.

China hat 2020 bei Maschinenbauexporten aller Art die Pole-Position übernommen. „China ist bereits seit 2009 die weltgrößte Exportnation. Nun hat die Volksrepublik Deutschlands Exporteure erstmals auch in der Schlüsselindustrie Maschinenbau überholt“, sagt GTAI-Expertin Katharina Viklenko. „Der Trend hatte sich seit längerem abgezeichnet, doch erst die Coronapandemie verhalf dem Reich der Mitte auf Platz eins der Lieferländer weltweit.“

Neuer Exportweltmeister hat seit 2010 rasant aufgeholt

Mehr noch: Nach den Zahlen von GTAI, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik, verbuchten die chinesischen Kunststoffmaschinenbauer im vergangenen Jahrzehnt rasante Exportsteigerungen: Um 146 % haben sich die Exporte von Kunststoffmaschinen aus China zwischen 2010 und 2020 gesteigert. 2010 lieferten sie Maschinen im Wert von 1,7 Mrd. USD ins Ausland. Damit gehört dieser Maschinenbaubereich zu den Top-5-Segmenten mit den größten Exportsteigerungen im vergangenen Jahrzehnt.

Zum Vergleich: Die deutschen Kunststoffmaschinenbauer haben ihre Exporte im gleichen Zeitraum – nach Umsatz berechnet – „nur“ um 16 % auf 4 Mrd. USD steigern können.

Resultat des Programms „Made in China 2025“

Somit geht nach Einschätzung von GTAI der Plan der chinesischen Regierung auf, die Technologieführerschaft in ausgewählten Industriezweigen zu erringen. Dafür hat sie 2015 das Programm „Made in China 2025“ gestartet. Neben der Stellung chinesischer Unternehmen auf dem heimischen Markt soll auch ihr Exportpotenzial gestärkt werden.

„Dabei greift die chinesische Führung in den Markt ein, indem sie unter anderem chinesische Staatsunternehmen subventioniert und gegenüber ausländischen Anbietern bevorzugt“, betont Viklenko. „Deutsche Unternehmen beklagen seit Jahren die fehlende Reziprozität und berichten von zahlreichen Beschränkungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber chinesischen Firmen schmälern. Dazu zählen Joint-Venture-Zwänge, der erschwerte Zugang zu öffentlichen Aufträgen, Eingriffe in die Führung ausländischer Unternehmen durch Parteikader sowie die Ungleichbehandlung von in- und ausländischen Firmen.“

Sabine Koll