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Bei BMW sind universelle Greifkissen von Formhand im Einsatz, um verschiedene Bauteile aus Spritzgießmaschinen in Hochregallager zu transportieren.

Automation

BMW greift zu universellen Greifern für Transport

BMW nutzt statt komplexer Greifsysteme universelle Greifkissen, um verschiedene Bauteile aus Spritzgießmaschinen in Hochregallager zu transportieren.

BMW nutzt statt komplexer Greifsysteme universelle Greifkissen, um verschiedene Bauteile aus Spritzgießmaschinen in Hochregallager zu transportieren.

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Die flexiblen Greifer basieren auf einem luftdurchlässigen Kissen, bestehend aus einer flexiblen Außenhaut, gefüllt mit speziellem Granulat. Ein elektrisch erzeugter Luftstrom verdichtet das Granulat in der individuellen Außenform und saugt das Objekt vollflächig an.

In der Vergangenheit verwendete BMW in der Produktion Greifer mit herkömmlichen Vakuumsaugern, um sechs unterschiedliche Bauteilvariationen aus mehreren Spritzgießmaschinen in ein Hochregallager zu transportieren. Die Vakuumsauger wurden über eine Profilkonstruktion mit verstellbaren Zylindern an die möglichen Greifpositionen auf den jeweiligen Bauteilen angepasst. Trotz dieser Anpassungsfähigkeit war die Herausforderung, die unterschiedlichen Bauteile stabil zu greifen, zu hoch. Die Greiferkonstruktion des bisherigen Lieferanten war so wartungsanfällig, dass BMW nach einer neuen Lösung für die Handhabung suchte.

Die Wahl fiel auf ein Greifkissen von Formhand, Braunschweig, das sich an unterschiedliche Geometrien anpasst. Das System greift die Bauteile nahe am Schwerpunkt. Zudem wird bei allen Bauteilen trotz der variierenden Geometrie nur eine Greiffläche genutzt. Damit entfällt die Komplexität einer Greifkonstruktion mit schalt- und anpassbaren Greifpunkten im Vergleich zu einem einzelnen Greifkissen. Diese Vereinfachung ist der Schlüssel, um die Komplexität der Anlage in den Griff zu bekommen, die Flexibilität zu steigern und einen zuverlässigen Prozess zu erzielen.

Störungsfreier Transport mit 2500 Picks pro Tag

Die Investition in die Technologie hat sich für BMW nach kurzer Zeit rentiert. Der Handhabungsprozess erfüllt seit dem Start störungsfrei und zuverlässig mit 2500 Picks pro Tag seine Aufgabe. Darüber hinaus wurde der Instandhaltungsaufwand erheblich reduziert und planbare Wartungszyklen gestaltet.

„Einen Greifer für ein Bauteil oder eine stark begrenzte Auswahl an Varianten schränkt die Flexibilität in der Produktion deutlich ein“, sagt Holger Kunz, Entwicklungsleiter von Formhand. „Der Austausch an meist modularen Systemen nimmt wiederum Zeit in Anspruch und beeinflusst so die Produktionseffizienz. Mit unserer Technologie lösen wir dieses Problem und rüsten die Produktion so für die Anforderungen und Möglichkeiten der Industrie 4.0.“

Die flexiblen Greifer von Formhand passen sich der Form unterschiedlichster Objekte an. Die Funktion basiert auf einem luftdurchlässigen Kissen, bestehend aus einer flexiblen Außenhaut, gefüllt mit speziellem Granulat. Das Kissen passt sich der Oberfläche eines Objekts durch Verformung an. Ein elektrisch erzeugter Luftstrom verdichtet das Granulat in der individuellen Außenform und saugt das Objekt vollflächig an.

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Greifer eignen sich auch für hochempfindliche Objekte

Ein Formhand-Greifer eignet sich auch für hochempfindliche und biegeschlaffe Objekte – und dass gleicher Maßen in Cobot- und Industrieanwendungen. Dabei sind keine Anpassungen erforderlich und ein Werkzeugwechsel entfällt. Die Greifer werden als Querschnittstechnologie in unterschiedlichen Bauformen sowie als Spann- und Greifelemente angeboten. Darüber hinaus produziert das niedersächsische Unternehmen individuelle Greifer nach Kundenvorgabe für spezifische Anwendungen, die von den Serienmodellen nicht ausreichend abgedeckt werden.

sk