BMW forciert künstliche Intelligenz in der Produktion

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BMW veröffentlicht eigene Algorithmen zur künstlichen Intelligenz auf einer Open-Source-Plattform, um KI einer breiten Masse an Anwendern zugänglich zu machen.

Die BMW Group setzt in Produktion und Logistik vermehrt Anwendungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) ein. Dabei entlastet die KI beispielsweise die Mitarbeiter bei monotonen Aufgaben wie der Kontrolle, ob das Warndreieck an der richtigen Stelle im Kofferraum liegt. Diese Aufgabe übernimmt dann eine Kamera in Kombination mit einer selbstlernenden Software, die in Millisekunden die Live-Bilder der Kamera mit hunderten anderen Bildern abgleicht und so Abweichungen erkennt.

Ausgewählte Algorithmen aus diesem Bereich der künstlichen Intelligenz veröffentlicht die BMW Group ab sofort auf einer Open-Source-Plattform (github.com/BMW-InnovationLab). Die Algorithmen sind Teil verschiedener Anwendungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, insbesondere aus der automatisierten Bilderkennung und Bildmarkierung.

Entwickler von Software mit künstlicher Intelligenz können BMW-Quelltext einsehen, ändern, nutzen und weiter entwickeln

Diese Standardkamera erzeugt ein Live-Bild eines Modellschriftzugs zum Abgleich mit gespeicherten Bildern durch KI. Foto: BMW

Durch die Veröffentlichung können Software-Entwickler auf der ganzen Welt den Quelltext einsehen, ändern, nutzen und weiter entwickeln. „Mit den Algorithmen, die wir jetzt veröffentlichen, hat die BMW Group bereits die Entwicklungszeit neuronaler Netze für autonome Transportsysteme und Roboter deutlich reduziert“, so Dirk Dreher, Leiter Logistikplanung. Neuronale Netze gleichen selbständig Live-Bilder in Produktion und Logistik mit Bilddatenbanken ab, um eventuelle Abweichungen vom Soll zu erkennen.

Von der Open-Source-Philosophie profitieren dabei interessierte Software-Entwickler und die BMW Group gleichermaßen. „Wir stellen Teile unserer innovativen und in verschiedenen KI-Anwendungen bewährten Software zur digitalen Bildmarkierung zur Verfügung und erhalten dafür Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Software im Bereich der KI. Gleichzeitig können wir uns so stärker auf die Weiterentwicklung konkreter KI-Anwendungen in Produktion und Logistik konzentrieren“, sagt Christian Patron, Leiter Innovationen, Digitalisierung, Smart Data Analytics.

Open-Source-Entwicklung für schnelle und agile Weiterentwicklung der Software

Dieser Smart Transport Roboter transportiert Rollcontainer durch Logistikhalle in BMW Werk Wackersdorf. Foto: BMW

„Wir investieren erheblich in den Bereich der künstlichen Intelligenz. Indem wir unsere Algorithmen der weltweiten Entwickler-Community zur Verfügung stellen, leisten wir bewusst einen Beitrag, um KI einer breiten Masse an Anwendern zugänglich zu machen. Von der weiteren Open-Source-Entwicklung versprechen wir uns eine schnelle und agile Weiterentwicklung der Software“, ergänzt Kai Demtröder, Leiter Künstliche Intelligenz, Daten-Plattformen bei der BMW Group IT.

Für alle Nutzer der Algorithmen gilt: Der Open-Source Ansatz garantiert Anonymität. Eventuelle Fehler in den Algorithmen können schnell identifiziert werden, dabei unterstützen bei Bedarf auch automatisierte Funktionen der Plattformbetreiber. Im Sinne der Qualitätssicherung prüft die BMW Group alle eingehenden Nutzervorschläge, bevor sie diese produktiv einsetzt oder veröffentlicht. Das Modell, also die eigentliche KI-Anwendung, die mit Hilfe der Algorithmen entwickelt wird, bleibt immer geschützt. Jeder Anwender kann frei entscheiden, ob er sein Modell Partnern wie beispielsweise Lieferanten zugänglich machen möchte.

gk

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