Bildverarbeitung fit für Industrie 4.0

Back to Beiträge

Mit der Veröffentlichung der OPC UA Machine Vision Companion Specification ist nun auch die Bildverarbeitung fit für Industrie 4.0.

Die VDMA OPC Machine Vision Initiative hat Teil 1 der OPC UA Machine Vision Companion Specification für die industrielle Bildverarbeitung veröffentlicht. Sie definiert standardisierte Bildverarbeitungsschnittstellen für die digitale Fabrik. Damit folgt die industrielle Bildverarbeitung nun der Kunststoff- und Gummimaschinenbranche, die mit Euromap 83 und die Euromap 77 bereits zwei OPC UA Companion Specifications als Release verfügbar gemacht hat.

Maschinen, die untereinander kommunizieren können, das ist ein Kernelement von Industrie 4.0 und nur so lässt sich die Smart Factory realisieren. Notwendig dafür ist Interoperabilität sowie eine gemeinsame „Sprache“ der Maschinen; OPC UA ist eine solche Sprache.

Die OPC Machine Vision Initiative: Im Januar 2016 beschloss der Vorstand von VDMA Machine Vision, eine OPC UA Companion Specification für die Industrielle Bildverarbeitung zu entwickeln. Die Arbeit wurde in der gemeinsamen Arbeitsgruppe geleistet, die aus der OPC Foundation und der VDMA Fachabteilung Machine Vision innerhalb des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation besteht. Grafik: VDMA

Als eine der ersten VDMA-Gliederungen hat VDMA Machine Vision nun die Freigabe einer OPC UA Companion Specification erteilt. 
„Wir sind stolz darauf zu den Pionieren im Bereich OPC UA zu gehören. Dahinter steht ein großes Stück Arbeit und der Erfolg basiert auf dem außergewöhnlichen Engagement der Mitglieder in der Arbeitsgruppe OPC Machine Vision Core Working Group“, sagt Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Geschäftsführer von Asentics und Vorstandsmitglied von VDMA Robotik + Automation sowie VDMA Machine Vision.

Interoperabilitätsplattform für die industrielle Bildverarbeitung

„Die OPC Foundation schätzt die Arbeit der VDMA Machine Vision-Initiative sehr. Die industrielle Bildverarbeitung hat einen entscheidenden Schritt hin zur Umsetzung von Industrie 4.0 getan. Sie hat OPC UA als Interoperabilitätsplattform für die industrielle Bildverarbeitung eingeführt und durch die internationale Standardisierungskooperation G3 den Geist der Kooperation auf globaler Ebene vorangetrieben“, lobt Stefan Hoppe, Präsident und Geschäftsführer der OPC Foundation, den Erfolg der Arbeitsgruppe.

Laut OPC UA Foundation passt das Engagement von VDMA Machine Vision hervorragend zum Grundgedanken von OPC UA: die große Anzahl von sich überschneidenden „benutzerdefinierten“ Informationsmodellen auf ein Set von harmonisierten OPC UA Companion Specifications zu reduzieren. „Davon werden Anwender und Anbieter auf der ganzen Welt profitieren, denn es werden Barrieren für eine echte Interoperabilität abgebaut“, ergänzt Hoppe.

Digitaler Zwilling für die verallgemeinerte Steuerung eines Vision-Systems

Teil 1 der OPC UA Companion Specification beschreibt eine Abstraktion des generischen Sehsystems, das heißt eine Darstellung eines sogenannten „digitalen Zwillings“ des Systems. Es übernimmt die Verwaltung von Rezepten, Konfigurationen und Ergebnissen auf standardisierte Weise, während die Inhalte herstellerspezifisch bleiben und als Blackbox behandelt werden.

Der Black‐Box‐Ansatz von OPC Machine Vision. Grafik: VDMA

Es ermöglicht die verallgemeinerte Steuerung eines Vision-Systems und abstrahiert das notwendige Verhalten über das Konzept einer „State Machine“. Eine Testimplementierung wurde bereits erfolgreich abgeschlossen und im Mai 2019 auf einer Großveranstaltung der Automobilindustrie in Deutschland, die sich mit OPC UA beschäftigte, einem breiten Publikum von Experten aus der Automobilproduktion vorgestellt. Derzeit wird ein Hardware-Demonstrator entwickelt, der in Kürze auf Messen in Deutschland zu sehen sein wird.

Darüber hinaus etabliert Part 1 eine Art Infrastrukturschicht, die eine vereinfachte und einheitliche Integration aller möglichen Bildverarbeitungssysteme in übergeordnete IT-Produktionssysteme (SPS, SCADA, MES, ERP, Cloud, ...) ermöglicht. Ziel ist, dass über Part 1 hinaus andere proprietäre Elemente zerlegt und durch standardisierte Informationsstrukturen und Semantiken wie Konfigurations-, Rezept- und Ergebnisinformationen ersetzt werden.

sk

Share this post

Back to Beiträge