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BASF: Sattes Ergebnis im Geschäftsjahr 2021

Die BASF hat im Geschäftsjahr 2021 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Das Segment Materials konnte dabei überdurchschnittlich wachsen. Foto: BASF

BASF erzielte im Geschäftsjahr 2021 ein starkes Ergebniswachstum. Ursache für die hohen Gewinne waren vor allem die am Merkt erzielten höheren Verkaufspreise.

Die BASF-Gruppe steigerte Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2021 deutlich. „Es war ein starkes und erfolgreiches Jahr für BASF“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller, der gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel Ende Februar den BASF-Bericht 2021 vorstellte.

„Wir haben die Verkaufspreise um 25 Prozent und die Mengen um 11 Prozent gesteigert“, so Brudermüller: „Alle Segmente erzielten im vergangenen Jahr sowohl Preis- als auch Mengensteigerungen.“ Der Umsatz der BASF-Gruppe lag 2021 mit 78,6 Mrd. EUR um 33 % über dem des Vorjahres. Das Ergebnis (EBIT vor Sondereinflüssen) stieg um 118 % auf 7,8 Mrd. EUR.

Ergebnis bei Kunststoffen erhöht

Das BASF-Segment Materials konnte dabei überdurchschnittlich wachsen. Der Umsatz wuchs im Geschäftsjahr 2021 um 41,7 % auf 15,2 Mrd. EUR, hauptsächlich aufgrund gesteigerter Verkaufspreise. So stieg auch das Ergebnis um 1,6 Mrd. EUR auf 2,4 Mrd. EUR sehr deutlich.

Das Segment Materials setzt sich aus den Unternehmensbereichen Performance Materials und Monomers zusammen. Es umfasst moderne Polymerwerkstoffe und deren Vorprodukte, zum Beispiel Polyamide und Isocyanate sowie anorganische Grundprodukte und Spezialitäten für die Kunststoff- und kunststoffverarbeitenden Industrien.

Im Einzelnen erhöhte Monomers den Umsatz um 2,8 Mrd. EUR auf 7,9 Mrd. EUR. Der Umsatz von Performance Materials lag mit 7,3 Mrd. EUR um 1,6 Mrd. EUR über dem Vorjahreswert. Zudem steigerten beide Bereiche das Ergebnis deutlich. Monomers erhöhte das Ergebnis im Wesentlichen infolge gesteigerter Isocyanate- und Polyamid-Margen. Im Bereich Performance Materials lag das EBIT vor Sondereinflüssen vor allem infolge der positiven Absatzentwicklung über Vorjahresniveau.

Geschäftsjahr 2021 durch hohe Preise gekennzeichnet

Ausschlaggebend für die Umsatzsteigerung in beiden Bereichen waren erheblich höhere Preise als Ergebnis einer starken Nachfrage bei geringer Produktverfügbarkeit sowie gestiegenen Rohstoffpreisen. Produktions- und Lieferkettenunterbrechungen aufgrund von Wetterextremen und Rohstoffknappheit reduzierten die Produktverfügbarkeit in den Märkten. Während Monomers vor allem für Isocyanate und Polyamide höhere Preise erzielte, steigerte Performance Materials das Preisniveau hauptsächlich für Polyurethan-Systeme und technische Kunststoffe.

Dr. Martin Brudermüller. Foto: BASF

„Wir werden in den kommenden Monaten weitere signifikante Preiserhöhungen umsetzen."

Dr. Martin Brudermüller, CEO BASF

Deutlich gesteigerte Mengen infolge einer starken Nachfrage trugen zum Umsatzwachstum vor allem bei Performance Materials bei. In diesem Bereich verzeichnete BASF einen höheren Absatz in der Transport- sowie Konsumgüterindustrie, insbesondere in den Regionen Asien-Pazifik und Europa. Die Knappheit an Halbleitern im Automobilmarkt und damit verbundene Produktionsstopps dämpften die Absatzentwicklung jedoch im zweiten Halbjahr 2021.

Hauptgewinner Polyamid 6.6

Der Bereich Monomers steigerte die Mengen hauptsächlich für Polyamid 6.6 infolge der leichten Steigerung der Fahrzeugproduktion im Jahr 2021 nach dem pandemiebedingt schwachen Vorjahr. Portfolioeffekte aus dem Anfang 2020 abgeschlossenen Erwerb des Polyamidgeschäfts von Solvay wirkten nur geringfügig umsatzsteigernd. Zudem war der Absatz für Methylendiphenylisocyanat (MDI) höher.

Trotz der guten Zahlen hatte und hat BASF mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen, die ergebnismindernd wirkten. Allein bei den europäischen BASF-Standorten beliefen sich die Mehrkosten durch die gestiegene Erdgaspreise im Jahr 2021 auf rund 1,5 Mrd. EUR. Davon entfielen 0,8 Mrd. EUR allein auf das vierte Quartal.

Weitere Preissteigerungen angekündigt

Brudermüller kündigte an: „Wir werden in den kommenden Monaten weitere signifikante Preiserhöhungen umsetzen, um die deutlich gestiegenen Kosten weiterzugeben und unsere Margen in den Downstream-Geschäften wieder zu verbessern.“ Die etablierten Prozesse zur Preisbildung in diesen verbrauchernahen Geschäften führen zu einer zeitlichen Verzögerung bei der Weitergabe der Kosten.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2022

„Wir sind sehr stark in das Jahr 2022 gestartet und haben im Januar gute Zahlen über denen des Vorjahresmonats erzielt“, sagte Martin Brudermüller mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr. Brudermüller erwartet für das Gesamtjahr ein insgesamt moderates Wachstum. „Die Auftragsbestände in der Industrie sind hoch. Deshalb erwarten wir eine Steigerung der globalen Industrieproduktion um 3,8 Prozent und der Chemieproduktion um 3,5 Prozent“, so Brudermüller.

Investitionen in Wachstumsprojekte

BASF plant in den Jahren 2022 bis 2026 mit 25,6 Mrd. EUR um 2,7 Mrd. EUR höhere Investitionen als im vorherigen Planungszeitraum von 2021 bis 2025. „Grund dafür sind vor allem unsere beiden großen Wachstumsprojekte: der neue Verbundstandort in Zhanjiang und unsere Aktivitäten im Bereich Batteriematerialien“, so Hans-Ulrich Engel: „Diese beiden Projekte sind entscheidend für das künftige Wachstum der BASF.“

mg

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