Awards: AVK vergibt Innovationspreise 2020

Back to Beiträge

Die AVK verleiht ihre Innovationspreise erstmals virtuell. Ein Elektromotor aus Kunststoff und eine mobile Spritzgießmaschine gehören zu den Siegern der Awards.

Die AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe hat ihre Innovationspreise auch in diesem Jahr vergeben - die Verleihung der Awards wurde Pandemie-bedingt als Internet-Event durchgeführt . „Wir sind sehr froh, dass auch 2020 wieder viele sehr gute Einreichungen eingingen. Die positiven Entwicklungen im Bereich der faserverstärkten Kunststoffe gehen trotz Pandemie weiter. Wir erwarten auch in Zukunft viel Neues mit und durch diesen wichtigen Werkstoff,“ so der Jury-Vorsitzende Gerhard Lettl.

Innovationen aus den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ wurden dabei von der Experten-Jury ausgezeichnet.

Elektromotor aus Kunststoff gewinnt Innovationspreis

In der Kategorie „Innovative Produkte und Anwendungen“ gewann der „direktgekühlte Elektromotor mit integralem Leichtbaugehäuse aus faserverstärkten Kunststoff – Demil“ den ersten Platz. Der Motor wurde in einer Gemeinschaftsarbeit von Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, Pfinztal mit dem Karlsruher Institut für Technologie und dem Unternehmen Sumitomo Bakelite entwickelt.

Dieser Hochleistungs-Elektromotor zeigt, dass faserverstärkte Kunststoffe das Gewicht und die Baugröße im Vergleich zur üblichen Metallbauweise verringern können. Der Motor erreicht eine Dauerleistung von 58 kW bei einem Gewicht von nur 10,5 kg. Die Leistungsdichte von 5,5 kW/kg stellt einen neuen Maßstab für großserienfähig herstellbare Elektromotoren dar. Um Composites einsetzen zu können, wurde ein Kühlsystem im Gehäuse integriert, das die enstehende Verlustwärme des Motors direkt am Ort der Entstehung ableitet.

ILK erhält Award für mobile Spritzgießmaschine

Platz 1 in der Kategorie „Prozesse und Verfahren“ erhielt das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden für das Verfahren „Robotised Injection Moulding (Robin)“. Durch den Einsatz von Kohlenstofffasern in einem Composite-C-Bügel einer Spritzgießmaschine ist es gelungen, eine Spritzgießmaschine unter 140 kg zu bauen.

Dadurch kann die Maschine z. B. an einem Roboter befestigt und frei im Raum bewegt werden. Diese Mobilität in der Anlagentechnik führt zu einer größeren Flexibilität des Spritzgießprozesses bei der Fertigung von hybriden Bauteilen, gleichzeitig lassen sich die Leichtbauprodukte ressourcenschonend herstellen.

Wärmeformbeständigkeit bis 250 °C

In der Kategorie „Forschung und Wissenschaft“ wurde mit dem 1. Platz die FH Münster für ein „neues hochtemperaturbeständiges UP-Harz als Zähmodifizierer“ ausgezeichnet. Das UP-Harz erreicht eine Wärmeformbeständigkeit (HDT) von beinahe 250 °C. Die bisher höchste gemessene HDT liegt bei etwa 180 °C.

Die photochemische und thermische Reaktivität liegt signifikant höher als bei vergleichbaren hochtemperaturbeständigen Vinylestern und -urethanen. Der Zähmodifzierer wurde auf Basis von Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisaten entwickelt und erhöht die Zähigkeit bei Termperaturen zwischen 100 und 160 °C. Gleichzeitig wird die Reaktivität erhöhrt und die Oberflächenqualität des Laminats verbessert.

In alle drei Kategorien hat die Jury auch jeweils einen zweiten und dritten Preis vergeben. Viele Innovationen der Preisträger werden dieses Jahr erneut in der AVK-Innovationspreisbroschüre präsentiert.

mg

Share this post

Back to Beiträge