Aus Produktionsabfall wird Regranulat in Virgin-Qualität

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ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion bewähren sich bei Aurora Kunststoffe und erzeugen aus geprüftem Produktionsabfall hochwertiges Regranulat.

Wie sich aus Produktionsabfällen von Kunststoffverarbeitern gewinnbringend Regranulat in einer Qualität erzeugen lässt, die neuer Ware entspricht, zeigt das Unternehmen Aurora Kunststoffe aus Neuenstein. Der Produzent von Recompounds, der seit Ende 2019 zur MOL Gruppe gehört, verwendet den Ausschuss von Angüssen, der bei der Herstellung von Kunststoffteilen anfällt, als Hauptrohstoff und verarbeitet ihn zu recyceltem Kunststoffgranulat.

Nach einem Großbrand in der Produktion im Jahr 2017 entschied sich Aurora Kunststoffe erneut für ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion als Produktionssystem. Die drei ZSK 45 Mc18 Doppelschneckenextruder sind seit Anfang 2019 erfolgreich in Betrieb und erfüllen mit ihren hohen Durchsätzen und ihrer Zuverlässigkeit genau die Anforderungen, die Aurora Kunststoffe für sein innovatives Unternehmenskonzept benötigt.

Top-Technologie für erstklassige Compounds

Bei der Herstellung von technischen Kunststoffteilen entstehen etwa 5 % Ausschuss. Aurora Kunststoffe kauft diese Produktionsabfälle auf und untersucht zunächst deren genaue Zusammensetzung und Sortenreinheit. Nach bestandener Qualitätsprüfung werden die sortenreinen Kunststoffteile zermahlen, dem Compoundierprozess zugegeben und zu Granulaten verarbeitet – so beispielsweise auf Basis von PA6, PA66, PA11, PA12, POM, PP, PC und PC-ABS.

Dabei setzt Aurora Kunststoffe aus gutem Grund auf ZSK-Technologie von Coperion. In den ZSK-Doppelschneckenextrudern wird das Mahlgut zusammen mit Additiven, Füll- und Verstärkungsstoffen zuverlässig homogenisiert und entgast. Dafür hat Coperion die drei ZSK 45 Extruder jeweils individuell für die Anforderungen von Aurora Kunststoffe ausgelegt und sie mit zweiwelligen Seitenentgasungen ZS-EG und speziellem Verschleißschutz der produktberührenden Teile ausgestattet.

Nach dem Austritt der Schmelze aus dem Spritzkopf am Ende des Extruderverfahrensteils werden die Kunststoffstränge von semi-automatischen Strangzuführungen vom Typ SCP 200 von Coperion Pelletizing Technology übernommen. Dabei werden sie über eine wasserüberspülte Rutsche und ein Förderband automatisch in das Einzugswerk des Stranggranulators geleitet, wo sie zu hochwertigen Compounds geschnitten werden, die in ihrer Qualität Neuware entsprechen.

ZSK-Doppelschneckenextruder überzeugen mit hohen Drehmomenten

Dazu Norbert Büter, Sales Manager bei Coperion: „Beim Recycling von Kunststoffen ist es erforderlich, die Prozessparameter und die Rezepturen an die unterschiedlichen Rohstoffe anzupassen. ZSK-Doppelschneckenextruder sind mit ihrer Flexibilität und ihren hohen Drehmomenten optimal dafür geeignet, auch schwierigste Rohstoffe zu sehr guten Produktqualitäten zu verarbeiten – und das bei Durchsätzen, die wirtschaftlich sind. Durch die Entgasung über die ZS-EGs können nicht nur unerwünschte Gase entfernt werden. Es steigt die Betriebssicherheit des gesamten Vakuumsystems. Dies gilt insbesondere auch bei sehr schwankenden Viskositäten.“

2017 kam es bei Aurora Kunststoffe zu einem großen Brand, bei dem die gesamte Produktionshalle zerstört wurde. Aurora Kunststoffe hielt auch danach an seinem erfolgreichen Nachhaltigkeitskonzept fest und erweiterte dieses sogar. Bereits 2019 nahmen in einer neuen, größeren Halle neue Doppelschneckenextruder ihren Betrieb wieder auf. Bei der Realisierung dieses straffen Zeitplans setzte Aurora Kunststoffe auf die sehr gute Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern.

Alexander Schweinle, Produktionsleiter bei Aurora Kunststoffe, zeigt sich sehr zufrieden mit der Leistungsfähigkeit und dem sehr hohen Ausstoß seiner Compoundieranlagen zur Herstellung von Regranulat. Foto: Coperion

Darauf ist Alexander Schweinle, Produktionsleiter bei Aurora Kunststoffe, besonders stolz: „Coperion lieferte uns nicht nur drei für uns individuell ausgelegte ZSK 45 Extruder und dazu passende Stranggranulierungen, sondern unterstützte uns auch mit dem notwendigen Engineering der gesamten Produktion. Dabei möchte ich die sehr gute Zusammenarbeit unserer beiden Unternehmen betonen: Coperion reagiert auf unsere Anfragen stets schnell und kompetent. Das war ein wichtiger Schlüssel in der Phase des Wiederaufbaus unserer Produktion.“

Hohe Qualität der Regranulate

Produktionsreste aus der industriellen Kunststoffherstellung werden in Zeiten von steigenden Rohstoffpreisen und erhöhter Umweltbelastung immer wertvoller. Aurora Kunststoffe kauft diese industriellen Produktionsreste auf und verwandelt sie in neue hochwertige Rohstoffe, die in der Automobil-, Bau-, Möbel- sowie Elektroindustrie Einsatz finden.

Über das einzigartige Aurora Lean-Logistik-Konzept, bestehend aus einem eigenen Fuhrpark mit rund 60 Sattelaufliegern sowie einem Boxenkonzept zur Perfektion sortenreiner Sammlung, gelangen die Kunststoffabfälle zu Aurora. Dort werden sie gemahlen und mittels Extrusion zu Recompounds verarbeitet. Aurora Kunststoffe erzielt dabei auf den ZSK 45 Doppelschneckenextrudern Durchsätze von bis zu 650 kg/h. Pro Tag entstehen so bei Aurora über 50 Tonnen Compounds.

Steigende Nachfrage nach rezyklierten Kunststoffen absehbar

Und dabei soll es nicht bleiben, denn für die Zukunft rechnet Aurora Kunststoffe mit steigender Nachfrage. „Ich bin mir sicher, dass es über kurz oder lang eine gesetzlich vorgeschriebene Recycling-Quote geben wird“, so Schweinle.

Jochen Schofer, Business Segment Manager Recycling & Direct Extrusion bei Coperion ergänzt: „Wir sind der Überzeugung, dass es für die Kunststoffindustrie unumgänglich ist, zirkulär zu werden. Dabei ist noch viel Luft nach oben. In Deutschland betrug der Anteil von eingesetztem Rezyklat in der Kunststoffverarbeitung 2017 erst etwas mehr als zwölf Prozent. Aurora Kunststoffe hingegen nimmt für uns eine absolute Vorreiterrolle ein, dessen Unternehmenskonzept nicht nur gewinnbringend, sondern auch nachhaltig ist! Wir sind stolz darauf, Aurora Kunststoffe mit unserem Compoundier- und Engineerings-Know-how unterstützen zu dürfen.“

gk

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