Auma fordert: Lieber impfen als Messen absagen

Der Verband der deutschen Messewirtschaft Auma zeigt wenig Verständnis für Impfverweigerer und die RKI-Forderung nach Absage von Messen und Veranstaltungen und setzt stattdessen auf verstärktes Impfen. Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann

Deutsche Messewirtschaft bezeichnet RKI-Empfehlung nach Absage von Messen als kaum nachvollziehbar und fordert stattdessen Zweifler zum Impfen auf.

Die von der Corona-Krise hart getroffene Messewirtschaft in Deutschland fordert die Politik in Bund und Ländern auf, äußerst umsichtig bei der Bewertung der Corona-Lage zu agieren – heißt: statt Messen und andere Veranstaltungen abzusagen, fordert der Verband der deutschen Messewirtschaft Auma die Zweifler auf, sich impfen zu lassen. Man habe kein Verständnis mehr für Unverständnis.

Messen sind sicher und verantwortungsvoll geplant

Auma-Geschäftsführer Jörn Holtmeier: „Die Politik darf nicht in Aktionismus verfallen. Nach anderthalb Jahren Pandemie müssen die Verantwortlichen nun sehr umsichtig agieren. Die Rezepte des vergangenen Winters schmecken nicht mehr. Allein die jüngste Empfehlung des Robert Koch-Instituts, pauschal jegliche Veranstaltungen abzusagen, ist bei einer Impfquote von wenigstens 78 Prozent der Erwachsenen kaum mehr nachvollziehbar. Aussteller, Besucher und Veranstalter von sicher, sorgsam und verantwortungsvoll geplanten Messen sind zutiefst verunsichert. Messen sind sichere sowie gut regulier- und steuerbare Marktplätze für Handel und Geschäft. Mit gutem Grund sind es viele Messeprofis gewesen, denen Impfzentren landauf, landab anvertraut worden sind.“

Erst seit September sind in allen 16 Bundesländern Messen unter strengen und bewährten Hygienekonzepten möglich. Bis dahin war die Branche seit März 2020 fast durchgehend zum Stillstand gezwungen. Entstanden ist dadurch nach Erhebungen des Auma bislang ein gesamtwirtschaftlicher Schaden von über 43,5 Mrd. EUR in der Messewirtschaft selbst, aber auch in der mit Messen verbundenen Hotellerie, Gastwirtschaft und Transportbranche.

Für 2021 zeichnet sich erneut ein dramatischer Verlust ab: Über zwei Drittel der 380 für 2021 geplanten Messen wurden seit Jahresbeginn aus dem Programm genommen. Ein Jahr ohne Messen bedeutet nach Berechnungen von Auma wirtschaftliche Einbußen bei mehr als 40 % der ausstellenden Industrieunternehmen. Kleineren Unternehmen fällt es nachweisbar immer schwerer, durch Messeabsagen entgangene Aufträge zu kompensieren.

„Der Weg aus der Pandemie ist das Impfen“

Seit dem Neustart von Messen zeigt sich beim Einlassmanagement der Messen, dass vor allem geimpfte Menschen zu den Besuchern zählen. Deren Anteil liegt weit über der Impfquote in Deutschland. Dazu Jörn Holtmeier: „Der Weg aus dieser Pandemie ist das Impfen. Die große Mehrheit unserer Gäste weiß das, mehr als 58 Millionen Menschen in Deutschland haben das verstanden. Sie alle leben Solidarität. Die Messebranche fordert die bislang nicht-impfwilligen Menschen auf, sich impfen zu lassen. Eine zutiefst von der Corona-Krise erschütterte Branche mit über 230.000 Beschäftigten hat kein Verständnis mehr für Unverständnis.“

Normalerweise finden in Deutschland jährlich etwa 350 Messen statt, die über 28 Mrd. EUR erwirtschaften. Nach coronabedingter Beschränkung auf ein rein virtuelles Format im vergangenen Jahr hat die weltgrößte Medizintechnik-Messe Medica am 15. November 2021 in Düsseldorf mit einem 3G-Hygienekonzept ihre Tore geöffnet und am 16. November 2021 beginnt die Formnext in Frankfurt am Main. Die führende Branchenmesse für die Additive Fertigung und die nächste Generation der intelligenten industriellen Produktion wird für ein Maximum an Sicherheit für Aussteller und Besucher nach den 2G-Regeln veranstaltet, Zutritt haben also nur Geimpfte und Genesene.

gk

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