Augen auf beim Gebrauchtmaschinen-Kauf

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Gebrauchte Spritzgießmaschinen sind für Kunststoffverarbeiter nicht nur eine Option, um bei Neuanschaffungen Geld zu sparen. Auch kann die schnelle Verfügbarkeit ein Grund sein: Auf neue Maschinen wartet man heute leicht mehrere Monate. Gebrauchtmaschinen kann man dabei nicht nur bei spezialisierten Händlern beziehen, sondern auch direkt bei einigen Herstellern. Diese fahren allerdings unterschiedliche Ansätze, wie unsere Recherchen zeigen.

"Wir stellen einen großen Bedarf an gebrauchten Spritzgießmaschinen im Markt fest. Der Anteil des Gebrauchtmaschinengeschäfts ist wachsend", sagt Fritz Beglinger, der bei Netstal den Verkauf von Gebrauchtmaschinen leitet. Der Schweizer Spritzgießmaschinenhersteller und seine deutsche Muttergesellschaft Krauss Maffei sind die einzigen Hersteller im deutschsprachigen Raum, die ihre "Second-Hand-Ware" auf breiter Basis selbst vermarkten.

"Wir verstehen unser Engagement als eine Serviceleistung für unsere Kunden, die eine gebrauchte Maschine verkaufen wollen, oder die auf der Suche nach günstigeren Maschinen sind", erklärt Ralph Lindner, Abteilungsleiter KHS Handels- und Service Gruppe bei Krauss Maffei. "Gebrauchte Maschinen von uns als Hersteller sind ohne technisches Risiko zu einem günstigeren Preis zu bekommen. Neustarter können mit einem geringeren Invest beginnen. Auch bei vielen anderen Projekten ist ein geringerer Invest notwendig, um Aufträge bekommen zu können. So sind Gebrauchtmaschinen immer wieder eine Alternative, die man prüfen sollte."

Wittmann Battenfeld und auch Arburg fahren hingegen die Strategie, nur dann mit Gebrauchtmaschinen zu handeln, wenn unbedingt notwendig. "Wir bieten selbst eigentlich nur solche Maschinen an, die vorher einige Zeit in unseren internationalen Kundencentern, Vorführräumen oder Schulungsbereichen genutzt worden sind", stellt Helmut Heinson klar, Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg. Hinzu kommen Messemaschinen, die zu besonderen Konditionen angeboten werden. "Ansonsten bringen unsere Kunden die Maschinen, die sie gerne verkaufen wollen, in Eigenregie an den Markt."

Wittmann Battenfeld verkauft ebenfalls Vorführ- oder Technikumsmaschinen, nimmt aber auch beim Kauf neuer Maschinen gebrauchte von Kunden entgegen, arbeitet diese auf und verkauft sie dann wieder am Markt. "Diese Gebrauchten dienen beim Kunden zur Überbrückung von Engpässen bis zur Lieferung von Neumaschinen", betont Georg Tinschert, Geschäftsführer bei Wittmann Battenfeld. „Außerdem machen Gebrauchte Sinn bei mittelfristig nicht absehbarer Auslastung in dem erforderlichen Leistungsbereich, der aus strategischen Gründen aber dennoch abgedeckt werden soll."

Ansonsten überlässt der österreichische Maschinenbauer das Geschäft mit den Gebrauchten gerne anderen: "Wir arbeiten zusätzlich mit ausgewählten Partnern zusammen, die überwiegend unsere Maschinen vertreiben und einen einwandfreien Ruf in Bezug auf die Funktionstüchtigkeit und zu erwartende weitere störungsarme Einsatzdauer der ihrerseits vertriebenen Gebrauchtmaschinen genießen", so Tinschert.

Lesen sie im vollständigen Artikel in der Ausgabe 06/2015 der K-ZEITUNG, welche Anforderungen die Kunden an die Gebrauchtmaschinen haben - und welche Antworten die Maschinenhersteller darauf haben.

sk

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