Evonik - Dave Mothershaw Tiefseeuboot Anwendungen 02.02.2017 1 Bewertung(en) Rating

Auge aus Plexiglas entdeckt verschollenes U-Boot

In der Tiefsee vor den Azoren hat ein Forscher-Ehepaar das deutsche U-Boot "U 581" in fast 900 m Tiefe entdeckt und dank einer neuartigen Plexiglas-Kuppel hochauflösende Videoaufnahmen davon gemacht.

Das Forschungs-Tauchboot Lula 1000 hat einen Fund gemacht, der Meeresbiologen und Marine-Historiker begeistern dürfte: Auf dem Meeresgrund vor der Azoreninsel Pico entdeckte es das deutsche U-Boot U 581, das im Februar 1942 – also vor genau 75 Jahren – vom Kapitän versenkt worden und seitdem in der Tiefsee verschollen war. 42 Besatzungsmitglieder hatten damals die Evakuierung überlebt, vier Mann kamen ums Leben.

 - Erste beeindruckende Aufnahmen des Wracks der U 581 vor den Azoren in 870 Metern Tiefe.
Erste beeindruckende Aufnahmen des Wracks der U 581 vor den Azoren in 870 Metern Tiefe.
Rebikoff-Niggeler

U 581 ist ein Schwesterschiff des U 96, welches durch den Film "Das Boot" berühmt wurde. Es stellt für Meeresforscher eine Rarität dar. Dank der Marine-Aufzeichnungen lässt sich der Zeitpunkt seines Untergangs genau bestimmen: Seitdem liegt der 67 m lange und fast 800 t schwere Bootskörper – in zwei Teile zerbrochen – auf 870 m Tiefe. Anhand des Bewuchses gibt er Forschern nun wertvolle Hinweise über die Geschwindigkeit biologischer Entwicklungen in der fast lichtlosen Tiefsee.

Wie ein Fisch im Wasser dank PMMA

Möglich werden diese Erkenntnisse auch dank einer von Evonik entwickelten Kuppel aus dem Kunststoff PMMA (Plexiglas). Durch ihr besonderes Herstellungsverfahren ist die 14 cm dicke Kuppel unter Wasser nahezu unsichtbar, so dass hochauflösende Videos auch in großer Tiefe ohne Verzerrungen gedreht werden können. Filipe Mora Porteiro, Direktor für Meeresfragen der Regionalregierung der Azoren und selbst Meeresbiologe, war beeindruckt von den ersten Aufnahmen des Wracks: "Ich bin überrascht von der großen Anzahl und dem schnellen Wachstum der Korallen." Bisher ist kaum erforscht, wie schnell sich die artenreichen Riffe in der Tiefsee entwickeln.

 - Das "Auge" des U-Bootes: Eine Plexiglas-Kuppel mit einem Durchmesser von 1,40 m ermöglicht gestochen scharfe Film-Aufnahmen aus dem "Trockenen".
Das "Auge" des U-Bootes: Eine Plexiglas-Kuppel mit einem Durchmesser von 1,40 m ermöglicht gestochen scharfe Film-Aufnahmen aus dem "Trockenen".
Evonik

Klar wie Glas, stark wie Stahl

Die einzigartigen Aufnahmen erforderten eine U-Boot-Kuppel, die so klar wie Glas und so stark wie Stahl ist, um dem hohen Druck unter Wasser standhalten zu können. Das stellte den Tauchboot Hersteller vor eine große Herausforderung. Plexiglas, das PMMA von Evonik, erfüllt diese Eigenschaften. Die Herstellung der riesigen PMMA-Kugel wurde selbst zu einer kleinen Forschungsreise – nur mit dem Unterschied, dass sie bei Evonik in Darmstadt und nicht in den Azoren stattfand.

 - Herstellung einer Plexiglas-Kuppel bei Evonik: Dem Wasserdruck auch in mehreren hundert Metern Tiefe standhalten.
Herstellung einer Plexiglas-Kuppel bei Evonik: Dem Wasserdruck auch in mehreren hundert Metern Tiefe standhalten.
Evonik

"Wir hatten schon einige Tauchboot-Verglasungen hergestellt, allerdings noch nie mit der Krümmung einer Kugel. Deshalb mussten wir uns eine völlig neue Technologie ausdenken", erinnert sich Wolfgang Stuber, Spezialist für Sonderverglasungen bei Plexiglas.

mg

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