Asmoplast: LSR-Start mit der richtigen Spritzgießmaschine

Freuen sich über den gelungenen Einstieg in die LSR-Verarbeitung (von links): Simon Zügel und Andre Seidich (beide Asmoplast) sowie Stefan Hartmann, Sebastian Wahl und Ullrich Seidenkranz (alle Krauss Maffei) vor der neuen CX80-380 Silcoset Spritzgießmaschine , die mit dem Elmet LSR-Dosiersystem Top 5000 P ausgestattet ist. Foto: Asmoplast

Asmoplast baut in Endingen den Bereich Spritzgießen weiter aus – und steigt jetzt mit Spritzgießmaschinen von Krauss Maffei in die Verarbeitung von LSR ein.

Die erste CX 80-380 Silcoset Spritzgießmaschine steht seit kurzem in einem abgetrennten Bereich der Produktion, den Asmoplast speziell für die LSR-Verarbeitung geschaffen hat. Die Nischen reizen Simon Zügel, CEO des Unternehmens: Er bezog schon Anfang der 2000er Jahre Werkzeuge aus China, wurde dann zum Spezialisten im globalen Formenbau und Spritzguss – und erkundet nun mit KraussMaffei wieder neues Terrain: Asmoplast entschloss Anfang 2021, in die Verarbeitung von Liquid Silcone Rubber (LSR) einzusteigen – und baute das Werkzeug dafür selbst.

Ganz bewusst hatte sich Zügel dafür entschieden, nicht einen der bekannten Silikon-Werkzeugbauer zu beauftragen, sondern es selbst zu wagen. Da das Material extrem niedrigviskos ist, muss die Form sehr abgedichtet sein, oft wird auch ein Vakuum angelegt, um Leckagen zu vermeiden.

Markt für LSR-Verarbeitung bietet große Chancen

Außerdem ist die Temperaturführung im Spritzgießprozess genau umgekehrt wie beim Thermoplast: Das heißt, in der Plastifizierung muss die Schmelze gekühlt werden, um eine vorzeitige Vernetzung zu vermeiden, das Werkzeug ist hingegen beheizt. Aufgrund dieser Gegebenheiten scheuen sich oft auch erfahrene Spritzgießer vor dem Einstieg in die LSR-Technologie, dabei verfügt der Silikonmarkt über konstant hohe Wachstumsraten.

Mittlerweile hat sich bewiesen, dass Zügels Vorhaben klappt: Das Silikon-Spritzgießwerkzeug funktioniert perfekt und wird ab dem kommenden Jahr auf der CX 80-380 Silcoset anspruchsvolle Hygiene-Produkte für Frauen fertigen.

Anwendungstechnik von Krauss Maffei half beim Einstieg

Asmoplast zeigt nun, dass es funktioniert, wenn man sich auf die Anforderungen der LSR-Technologie einlässt: Der Standort der Silikonverarbeitung muss von der übrigen Produktion getrennt sein, um Kontaminierung zu vermeiden. In Endingen erstellte man dafür einfach eine Trockenbauwand. Dann braucht es einen erfahrenen Partner für die Maschinentechnologie.

Asmoplast nahm den Anbieter ins Boot, mit dem das Unternehmen seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeitet: Krauss Maffei. Fünf Maschinen der Baureihen CX und GX des Münchner Maschinenbauers mit Schließkräften von 500 bis 6.500 kN stellen am Kaiserstuhl bereits Artikel aus Thermoplast her. Die intensive Beratung und Unterstützung durch die Abteilung Anwendungstechnik erwies sich als entscheidendes Kriterium, den Auftrag auch tatsächlich an Krauss Maffei zu vergeben.

Krauss Maffei hat auch auf der Fakuma 2021 eine Silikon-Anwendung gezeigt:

Spritzgießmaschinenfunktion APC Plus gleicht Chargenschwankungen aus

Die Maschinenfunktion APC Plus, die von Schuss zu Schuss die Füllmenge in der Kavität regelt und dafür die Schmelzeviskosität sowie hinterlegte Materialparameter berücksichtigt, sorgte dafür, dass bei der Inbetriebnahme schon der erste Schuss Gutteile produzierte. Silikone unterliegen im Allgemeinen stärkeren Chargenschwankungen als Thermoplaste, was sich in Form von Über- oder Unterfüllung auf das Bauteilgewicht auswirken kann. Insofern macht sich der Einsatz von APC Plus hier ganz besonders bezahlt.

Das aktuelle Projekt lastet die frisch gelieferte LSR-Anlage nur zum Teil aus, so dass sich Zügel schon darauf freut, zunächst seinen Bestandskunden die neue Technologie anbieten zu können und dann in weitere Bereiche zu expandieren. Aktuell entsteht am Standort in Endingen eine weitere, zusätzliche Produktionshalle, welche Anfang 2022 bezogen werden soll.

sk