Arburgxvision: Live-Sendung spürt Hidden Benefits auf

Bei der fünften Live-Sendung von Arburgxvision diskutierten Christoph Kiefer, Gruppenleiter Technical & Commercial Sales Support (links) und Dr. Thomas Walther, Abteilungsleiter Application & Process Development (Mitte) mit Moderator Guido Marschall, wie das Ausschöpfen von Hidden Benefits die Produktionseffizienz steigert. Foto: Arburg

Die fünfte Live-Sendung von Arburgxvision befasste sich sich mit dem Zusammenspiel von Technik, Organisation und Digitalisierung für die Produktivität.

Rund 400 internationale Zuschauer verfolgten die interaktive Live-Sendung von Arburgxvision mit dem Titel „Savings durch Hidden Benefits. Sparen – da geht noch was“ im Internet. Die Sendung beleuchtete in Theorie und Praxis, wie sich mit dem Arburg Leitrechnersystem ALS und digital vernetzten Maschinen Prozesse optimieren lassen und welche Rolle dabei eine smarte Maschinensteuerung spielt. Im Studio zu Gast waren die Arburg-Experten Christoph Kiefer, Gruppenleiter Technical & Commercial Sales Support, und Dr. Thomas Walther, Abteilungsleiter Application & Process Development. Zudem gab es zwei Live-Schalten ins Arburg Schulungscenter mit konkreten Tipps zu Einsparpotenzialen.

Live-Sendung mit interaktiven Umfragen

Wie wichtig Kosteneinsparungen im Spritzgießalltag sind, zeigte sich bei interaktiven Umfragen: Rund 64 % der deutschen und 50 % der internationalen Zuschauer hielten das Thema für sehr wichtig. Fast jedes Unternehmen sucht bereits ganz gezielt nach versteckten Einsparpotenzialen, also Hidden Benefits. Zwei von drei deutschen, aber nur jedes vierte internationale Unternehmen nutzt bereits Software-Tools für die Produktionsorganisation. Das größte Potenzial zur Steigerung der Gewinnmarge sahen die deutschen Zuschauer gleichermaßen in der Arbeitsplanung und stabilen Prozessen (je 46 %). Bei den internationalen Teilnehmern lagen die stabilen Prozesse weit vorne (75 %), gefolgt von Transparenz (25 %).

An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei

„Wer heute seine Produktion spürbar effizienter machen will, kommt um die Digitalisierung nicht herum“, lautete die Kernaussage von Kiefer. Eine der Herausforderungen sei der akute Fachkräftemangel. So wurden zum Beispiel in Deutschland im Jahr 2020 nur 1.500 Ausbildungsverträge im Bereich Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik abgeschlossen – fast 40 % weniger als 2018. Digitale Systeme seien also umso wichtiger, um die Spezialisten bei der Prozessoptimierung zu unterstützen. Kiefer präsentierte das Arburg Leitrechnersystem ALS als digitales Abbild der gesamten Spritzgießfertigung und ging darauf ein, wie dadurch ein effizientes Produktionsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich wird. Die Zuschauer erfuhren, wie sie damit Organisation, Prozesse und Abläufe auf Produktionsebene transparent machen, analysieren und in Echtzeit überwachen sowie Kapazitäten voll ausschöpfen können. Zudem lassen sich Spritzgießmaschinen und Anlagen auch anderer Hersteller in das ALS einbinden sowie Werkzeugdatensätze zentral verwalten.

„Das digitale Produktionsmanagement ist eine Art Navi, das uns zuverlässig vor Störungen warnt und enormes Potenzial bietet, um Zeit und Kosten zu sparen“, betonte Kiefer. „Allein durch die Bereitstellung aller erforderlichen Werkzeuge und Peripheriegeräte lassen sich bei einer Fertigung mit 20 Spritzgießmaschinen und täglich zehn Rüstvorgängen jährlich rund 250 Stunden zusätzliche Produktionszeit gewinnen.“ Zudem spare die automatische Erfassung und Dokumentation der Maschinen- und Auftragszähler übers Jahr gesehen fast die Arbeitszeit eines Mitarbeiters, der stattdessen für produktivere Tätigkeiten eingesetzt werden könne.

Stabile Prozesse dank smarter Assistenzfunktionen

Dr. Thomas Walther, Arburg sieht digitalisierte Maschine mit smarten Assistenzfunktionen als Schlüssel, um Hidden Benefits zu erschließen. Foto: Arburg

„Ein stabiler Prozess – dafür lebe ich“, betonte Walther. „Denn nur dann kann ich ihn auch optimieren.“ Als Qualitätsmonitor und wesentlichen Baustein für das Erschließen von Hidden Benefits nannte er die digitalisierte Maschine mit smarten Assistenzfunktionen. Damit ließen sich reproduzierbare Prozesse für die effiziente Fertigung von Gutteilen schaffen und Zeit und Kosten sparen. „Über die zentrale Maschinensteuerung können alle Geräte und Komponenten, die den Prozess beeinflussen, parametrisiert, eingestellt und überwacht werden.“

Walther zeigte auf, wie die Maschine über OPC UA und Euromap-Schnittstellen kommuniziert und Daten mit der Peripherie und übergeordneten Systemen austauscht. Als Praxisbeispiele nannte er Temperier­geräte, Dosieranlagen und Heißkanalregler. Die Kür seien voll in die Steuerung integrierte Robotsysteme, die signifikante Zykluszeitverkürzungen ermöglichen. Weiterhin erklärte der Experte, wie sich Zustände überwachen lassen, um die stabile Produktion von Gutteilen sicherzustellen – etwa durch die Darstellung von Signalverläufen, Hüllkurven sowie einem kontrollierten Soft-Start beim Wiederanfahren einer Maschine. Besonders interessant war die Frage, wie sich der Werkzeugzustand „erfühlen“ lässt – etwa über vernetzte Temperiergeräte, Messung des Durchflusswertes und Aufzeichnung der Auswerferkraft.

ALS mit vielfältigen Analyse-Möglichkeiten

Bei der ersten Live-Schalte ins Schulungscenter nach Loßburg gab ALS-Experte Peter Kowalewski konkrete Praxistipps zum Leitrechnersystem und zur detaillierten Feinplanung. Er erläuterte, wie sich über die Plantafel Fertigungsaufträge, Werkzeuge und Peripherie einzelnen Maschinen zuordnen und an die aktuelle Auslastung anpassen lassen. Zudem erfuhren die Zuschauer, wie sie Aufträge direkt auf die Maschine laden und die Teileproduktion mit einem mobilen Maschinenterminal in Echtzeit verfolgen können. Abschließend ging Kowaleswki auf die vielfältigen Analyse-Möglichkeiten ein.

In der zweiten Live-Schalte zeigte Philipp Jarosch, Gruppenleiter der Arburg Kunststoff-Spritzerei, wie sich durch Optimierung des Produktionsablaufs die Zykluszeit deutlich verkürzen lässt. Ein Beispiel war, Auswerfer gleichzeitig mit dem Öffnen und Schließen des Werkzeugs zu bewegen. Er ging zudem darauf ein, wie sich in die Gestica- oder Selogica-Steuerung integrierte Robot-Systeme synchronisieren lassen.

Wissen, wo man sparen kann

In der abschließenden Diskussionsrunde mit Moderator Guido Marschall fasste Kiefer folgende zentrale Erkenntnis zusammen: „In Deutschland nutzen schon viel mehr Kunden Software-Tools für die Optimierung ihrer Produktion, da hier der Kostendruck früher als im Ausland stieg. Dieser Trend geht aber in die Welt hinaus – auch dort werden unsere Kunden immer offener für das Thema Digitalisierung.“ Dies bekräftigte Walther: „Gerade die Automobilindustrie steht unter einem enormen Kostendruck. Unsere anwendungstechnischen Berater unterstützen daher schon vor dem Kauf, um das Bestmögliche aus jeder Maschine und Anwendung rauszuholen.“ Neben der Technik seien optimierte organisatorische Abläufe die wichtigste Stellschraube, um vorhandene Kapazitäten bestmöglich zu nutzen und Kosten weiter zu senken.

Nächste Sendung von Arburgxvision am 24. Juni 2021

Die nächste Sendung von Arburgxvision am 24. Juni 2021 lautet das Thema „Alles digital – Arburgxworld im Detail“. Gäste der sechsten Sendung sind die Arburg-Experten Benjamin Franz, Gruppenleiter Digital Solutions, und Stephan Reich, Abteilungsleiter IT-Anwendungsentwicklung. Sie erläutern den Mehrwert digitaler Kundenservices und vernetzter Maschinen und zeigen, wie das Kundenportal Arburgxworld Arbeitsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette einfacher und schneller macht. Ergänzend gibt es Praxistipps im Rahmen von zwei Live-Schalten ins Arburg-Kundencenter nach Loßburg.

Seit Sommer 2020 bietet Arburg auf seinem Kundenportal Arburgxworld Pakete an, die verschiedene Apps und Ausbaustufen enthalten:

sk