Arburg-Webinar zum Faser-Direct-Compoundieren

Beim Faser-Direct-Compoundieren (FDC) werden Langglasfaser-Rovings über eine Seitenbeschickung an der Spritzeinheit zugeschnitten und direkt der flüssigen Kunststoffschmelze zugeführt. Foto: Arburg

Rund 170 Teilnehmer aus aller Welt nahmen an einem Arburg-Webinar zum Thema Faser-Direct-Compoundieren teil.

Experten von Arburg, ein Pilotkunde sowie Material- und Verfahrenspartner erläuterten im Webinar, welche Vorteile das Faser-Direct-Compoundieren (FDC) bietet und welche Faktoren zu berücksichtigen sind, um effizient langglasfaserverstärkte Leichtbauteile zu fertigen. Interaktive Umfragen und eine Live-Diskussion per Chat ergänzten das Online-Event.

Vorteile und Potenziale des Faser-Direct-Compoundierens präsentierte Manuel Wöhrle, Leichtbauexperte und Gruppenleiter Branchenvertrieb bei Arburg beim FDC-Webinar im Juli 2021. Foto: Arburg

„Das FDC-Verfahren ist eine Zukunftstechnologie, die Lösungen zu gleich drei wichtigen Trends bietet: innovativer Leichtbau, reduzierte Stückkosten und Nachhaltigkeit“, fasste Manuel Wöhrle, Leichtbauexperte und Gruppenleiter Branchenvertrieb bei Arburg, in seinem Vortrag zusammen. Er erläuterte die Funktionsweise des FDC und welche Vorteile dieses Leichtbau-Verfahren gegenüber der Verarbeitung von Langfasergranulaten bietet: Größere Auswahl und günstigerer Preis des Materials, flexiblere Faserlänge und- gehalt sowie maßgeschneiderte Bauteileigenschaften. Damit lassen sich neben Langglasfaser-Materialien auch andere technische Kunststoffe substituieren. Hinzu kommen ein geringerer CO2-Footprint und die Möglichkeit zum Upcycling. Das ist besonders wichtig, wenn der Einsatz von Recycling-Material gefordert wird. An verschiedenen Bauteilbeispielen zeigte Wöhrle auf, wie schnell mit einer neuen FDC-Anlage der Return-of-Invest erreicht wird und sich die Bauteilkosten reduzieren lassen.

Erfahrungen mit dem Faser-Direct-Compoundieren

Über seine umfangreichen Erfahrungen als Pilotkunde des FDC-Verfahrens berichtete Rüdiger Braun, Geschäftsführer von Krug Kunststofftechnik. Das Unternehmen hat drei Allrounder mit FDC-Ausstattung im Einsatz, die inzwischen vollautomatisiert und in Großserie langglasfaser­verstärkte Bauteile für die Automotive-Branche produzieren.

Das FDC-Verfahren hat Arburg mit wissenschaftlicher Unterstützung des Kunststoffzentrums SKZ entwickelt. Christian Deubel vom SKZ – KFE, ging auf die Grundlagen der Faserlängen-Analyse und wichtige Kennzahlen ein. Zudem zeigte er, wie sich die mechanischen Eigenschaften je nach Entnahmestelle unterscheiden und wie sich diese mittels FDC gezielt beeinflussen lassen.

Webinar beleuchtete auch die Materialauswahl

Was aus Sicht des Materialherstellers wichtig ist, beleuchtete Markus Kralicek von der Borealis Polyolefine. Er erläuterte die Vorteile von faserverstärktem PP und stellte verschiedene Materialtypen und deren Einsatzgebiete vor. Dabei zeigte er den Einfluss von Additiven beim Compoundieren und gab wichtige Hinweise für die Gestaltung von Bauteil und Werkzeug.

Die Herstellung verschiedener Typen von Glasfaser-Rovings und deren Besonderheiten für die Direktverarbeitung präsentierte Dany De Kock von Johns Manville Europe. Schließlich präsentierte Frank Fischer, Senior Application Manager Fibre Direct Compounding bei Arburg, Faserlängenanalysen und mechanische Untersuchungen für die verschiedenen Einsatzgebiete. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlichte er das breite Einsatzspektrum und hohe Potenzial des FDC-Verfahrens.

sk