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Arburg: Internet-TV-Sendung rund ums Werkzeug

Rund 450 Zuschauer waren bei der interaktiven Internet-TV-Sendung Arburxvision am 28. Oktober 2021 live dabei. Christoph Blöchle, Technical Sales Manager (links), und Christian Homp, Gruppenleiter Applications (Mitte), vermittelten ihr Wissen rund um Werkzeug-Strategien. Foto: Arburg

Wie lassen sich mit neuen Werkzeug-Strategien beim Spritzgießen Kosten senken? Das war Thema der Internet-TV-Sendung von Arburg Ende Oktober.

Rund 450 Zuschauer verfolgten die neunte Sendung das interaktiven Internet-TV-Formats Arburgxvision, in der Experten Ideen vermittelten, wie sich Spritzgießwerkzeuge richtig auslegen, warten und vor Verschleiß schützen lassen. Sie stellten Strategien vor, mit denen sich der Nutzungsgrad von Spritzgießmaschinen deutlich steigern lässt. Ergänzt wurden die Expertenvorträge durch Live-Schalten in das Arburg Schulungscenter.

Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug und Steuerung

„Jedes Werkzeug ist nur so gut, wie die Maschine, auf der es läuft“, sagte Christoph Blöchle, Technical Sales Manager bei Arburg, in seinem Fachvortrag. Ziel sei es, Serienteile in hoher Qualität und optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis zu produzieren. Voraussetzung dafür seien geringe Maschinenbelastung, geringer Werkzeugverschleiß und ein störungsfreier Betrieb. „Werkzeug-Strategie 2.0 bedeutet also das perfekte Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug und Steuerung“, so Blöchle. Die Maschinentechnologie spiele eine große Rolle, wenn es zum Beispiel um symmetrische Krafteinleitung, Plattenparallelität und die Kraftverteilung an den vier Säulen ginge. Wichtige Tipps des Experten zum Werkzeugschutz: Bei Prozessschwankungen solle man zunächst die Maschinenausrichtung prüfen und für konstante Zuhaltekraft die Kniehebel-Schließein­heiten an unterschiedliche Werkzeug-Einbauhöhen anpassen.

Strategie: Sicherheit rauf – Verschleiß runter

„Die beste Werkzeug-Strategie ist eigentlich ganz einfach: Sicherheit rauf, Verschleiß runter“, betonte Christian Homp, Gruppenleiter Applications, in seinem Vortrag. Es sei wichtig, den richtigen Kompromiss zwischen beherrschbarer Technik und hohem Nutzungsgrad zu finden. „Das fängt an bei der Auswahl des richtigen Materials, reicht über die Frage nach Einsatz von Heißkanälen und Auswerfern und Berücksichtigung der Fließweg-Wandstärken-Verhältnisse bis hin zur Auswahl der passenden Spritzeinheit, Antriebstechnologie und Peripherie“, so Homp. Als unterstützendes Tool stellte er den Machinefinder vor, mit dem sich die richtige Maschinen­technologie für die Anforderungen an Bauteil und Werkzeug ermitteln lässt. Zudem erläuterte er, wie digitale Assistenten wie etwa AXW Control Screwpilot und AXW Control Referencepilot werkzeugschonend unterstützen. Er ging darauf ein, wie sich durch verschiedene Überwachungsfunktionen Schäden am Werkzeug im laufenden Prozess vermeiden lassen und wie Wartungspunkte zyklusabhängig programmiert werden können.

Live-Schalten mit Tipps und Tricks rund ums Werkzeug

Welche Fehler man bei der Vorbereitung von Maschine und Werkzeug vermeiden sollte und welche Möglichkeiten zur Überwachung zur Verfügung stehen, demonstrierte Philipp Jarosch, Gruppenleiter Kunststoff-Spritzerei, direkt an zwei Allroundern im Arburg Schulungscenter. Er zeigte zunächst, wie Probleme beim Werkzeugschließen durch eine richtige Nivellierung der Maschine gelöst werden können, anstatt die Schließkraft und damit auch den Verschleiß zu erhöhen. Bei der zweiten Live-Schalte demonstrierte der Spritzgießexperte die Überwachung der Werkzeugatmung mittels Prägeweg-Sensor. Zudem erklärte er, wie sich Verschleiß erkennen und über die Gestica-Steuerung Kräfte überwachen und Wartungspunkte setzen lassen.

Werkzeug und Maschine kommunizieren künftig miteinander

Die Experten bekräftigten, wie wichtig es ist, die Herstellung eines neuen Produkts ganzheitlich zu betrachten und die anwendungstechnische Beratung frühzeitig einzubeziehen. „Eine gut gemachte Werkzeugstrategie hilft dabei die Investition zu schützen, Produktionskosten zu senken und die Bauteilqualität zu steigern“, betonte Blöchle. Wohin für Arburg die Reise in Sachen Werkzeug-Strategie hingeht, formulierte Homp so: „Künftig wird das Werkzeug direkt mit der Maschinensteuerung kommunizieren und die Produktion erleichtern. Wie das gehen kann, haben wir mit einem Werkzeugpartner erstmals auf der Fakuma 2021 gezeigt.“

Letzte Internet-TV-Sendung des Jahres am 25. November 2021

Die letzte Arburgxvision-Sendung des Jahres am 25. November 2021 trägt den Titel „Nachhaltig produzieren: Ressourcen schonen in der Kunststoffbranche“. Die Experten Bertram Stern, Sustainability Manager, und Dr. Philipp Kloke, Ingenieur Application and Process Development, werden Aspekte einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Produktion erläutern und zeigen, wie sich Rezyklate und Bio-Kunststoffe prozesssicher und effizient verarbeiten lassen. Bei mehreren Live-Schalten erhalten die Zuschauer zudem Einblicke in die Spritzgießmaschinen-Fertigung in Loßburg.

sk