Arburg gibt Vollgas auf der Digitalisierungsstraße

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Rund 6.000 Besucher informieren sich derzeit auf den Arburg Technologie-Tagen über die Neuerungen des Maschinenbauers. Im Fokus steht die Digitalisierung.

Mehr als 50 Exponate und Anwendungen präsentiert das Unternehmen erneut an seinem Stammsitz in Loßburg – neben Expertenvorträgen und Betriebsrundgängen. Neuerungen im Bereich Maschinentechnik und Anwendungen blieben diesmal aus – was nicht verwundert, denn im Jahr der K verkünden die großen Player ihre News traditionell erst kurz vor beziehungsweise auf der Messe in Düsseldorf.

Das zentrale Thema der Arburg Technologie-Tagen 2019 ist die „Road to Digitalisation“. Foto: K-Zeitung

Das zentrale Thema der Technologie-Tage ist in diesem Jahr daher die „Road to Digitalisation“, die Arburg im vergangenen Jahr auf der Fakuma eingeschlagen hat. Hier geht es um Lösungen und Know-how, mit denen Arburg seine Kunden auf dem Weg in die smart Factory begleitet. Das betrifft sowohl Maschinen als die Produktion sowie Services. Viele Exponate zum Thema Digitalisierung sind im Kundencenter zu finden, aber auch im Service-Bereich und im Bereich Turnkey-Lösungen. In der Effizienz-Arena finden die Besucher an zwölf Stationen gebündelt und übersichtlich einen Überblick zu den digitalen Bausteinen von Arburg.

Neu vorgestellt wurden das Kundenportal Arburgxworld und die Füllsimulation mit der Gestica-Steuerung. Von beiden konnten sich Fakuma-Besucher bereits im vergangenen Herbst einen ersten Eindruck verschaffen.

Startschuss für Cloud-Service-Marktplatz Arburgxworld

Ab den Technologie-Tagen ist Arburgxworld für Kunden in Deutschland erhältlich. „Über diesen digitalen Service-Marktplatz bündeln wir unsere Dienstleistungen übersichtlich und bauen diese künftig sukzessive weiter aus“, sagte Technik-Geschäftsführer Heinz Gaub auf der Pressekonferenz am Vorabend des Events. Nach Freischaltung der gewünschten Applika­tionen (Apps) in der Cloud, die in Deutschland gehostet wird, lassen sich diese über einen PC oder ein mobiles Endgerät nutzen. Der Start erfolgt mit drei Applikationen in der Cloud, die sich über einen PC oder ein mobiles Endgerät nutzen lassen: Das „Machine Center“ bringt Transparenz in die Produktion und reduziert den Organisationsaufwand. Sie liefert Kunden einen schnellen Überblick zu seinem Arburg-Maschinenpark und ermöglicht einen zentralen Zugriff auf produktionsrelevante Dokumente wie zum Beispiel den Ersatzteilkatalog. Das virtuelle Abbild des Maschinenparks wird aus der Datenbank von Arburg gespeist und aktuell gehalten. So lässt er sich einfach strukturieren, ohne eigene Listen pflegen zu müssen.

Über das „Service Center“ in Arburgxworld können Kunden zeitsparend mit Arburg kommunizieren. Service-Tickets können rund um die Uhr gestartet werden. Eine kurze Problembeschreibung mit Foto als Anhang reduziert Rückfragen. Offene Service-Tickets, der aktuelle Bearbeitungsfortschritt und geplante Einsätze von Service-Technikern sind zentral nachvollziehbar. Der Kommunikationsverlauf wird automatisch als Service-Historie dokumentiert und lässt sich so gegebenenfalls zur Selbsthilfe nutzen.

Schließlich kann der Kunde in der App „Shop“ Ersatzteile für seinen im „Machine Center“ dargestellten Maschinenpark rund um die Uhr direkt und einfach online ordern. Eine interaktive Navigation und leicht verständliche 3D-Voransichten erleichtern die Suche. Hinzu kommt ein direkter Zugriff auf Preise und Verfügbarkeiten. Die Bestellhistorie ist praktisch für sich wiederholende Bestellungen.

Füllsimulation an der Maschine statt aufwändiger Füllstudien

Auf einem hybriden Allrounder 920 H mit Gestica-Steuerung zeigte Technik-Geschäftsführer Heinz Gaub während eines Rundgangs durch das Kundencenter die Funktionalitäten und Vorteile der neuen Software Füllsimulation. Foto: K-Zeitung

Die Füllsimulation, die auf der Fakuma 2018 noch als Standalone-Lösung auf einem Rechner zu sehen war, hat Arburg nun auf die Gestica-Steuerung portiert. Zu sehen ist dies auf den Technologie-Tagen in Aktion auf einem hybriden Allrounder 920 H sowie an einem Monitor in der Effizienz-Arena. „Die Spritzgießmaschine kennt somit aufgrund der CAD-Daten, die in der Steuerung abgelegt sind, erstmals das Bauteil, das sie fertigt“, sagte Gaub auf dem Rundgang durch die Ausstellung. Das Füllbild des zu produzierenden Bauteils wird auf der Oberfläche der Steuerung angezeigt. Damit lässt sich die Abhängigkeit von Füllgrad zum Schneckenweg visualisieren.

„Gerade bei neuen Bauteilen sind aufwändige Füllstudien von Probeteilen somit nicht mehr notwendig, sondern können vielmehr auf der Gestica-Steuerung simuliert werden“, so Gaub. Die Füllsimulation kann als ein optionales Software-Paket für die Gestica-Steuerung gekauft werden. Partner für das Simulations-Tool ist Simcon. Gaub gab auch einen Ausblick auf die weitere Entwicklung: So werde man auf der K 2019 in Düsseldorf die aktive Kommunikation zwischen Maschine und Simulations-Tool zeigen. Das Ziel sei die selbstlernende Maschine, die dem Bediener einen optimierten Einstelldatensatz zur Verfügung stellt.

sk

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