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Arburg eröffnet smartes Schulungscenter

Ästhetik, Funktionalität und Ressourcenschonung: Das Arburg Schulungscenter in Loßburg zeichnet sich in mehrfacher Hinsicht aus. Zudem setzt Arburg hier neue Maßstäbe in Sachen Kundenschulung. Foto: Arburg

Arburg hat mit 170 Gästen aus der Region sein neues Schulungscenter am Stammsitz in Loßburg eröffnet.

Der Spritzgießmaschinenbauer hat einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag für den Neubau des Schulungscenters investiert, der Kunden modernste digitale Schulungstechnik und Maschinenausstattung bietet. Mit dem 13.700 m2 großen Neubau erweitert sich die Gesamtnutzfläche am deutschen Stammsitz um knapp 5 % auf rund 180.000 m2. Die Eröffnung wollte Arburg ursprünglich im großen Rahmen vor den traditionellen Technologie-Tagen feiern, die angesichts des Corona-Virus jedoch ausgefallen sind.

„Arburg ist für sein erstklassiges Dienstleistungs­angebot und seine Kundennähe bekannt. Wir denken voraus und setzen immer wieder Maßstäbe. Denn egal, ob wir Produkte und Verfahren entwickeln oder ob wir bauen: Wir verbinden Funktionalität mit Ästhetik und wir bringen Hightech und Innovation mit Ressourcen-Schonung und Nachhaltigkeit zusammen“, betonte Michael Hehl, der als geschäftsführender Arburg-Gesellschafter den Bereich Werksentwicklung verantwortet. Der Schulungsbereich umfasst zwei Stockwerke in dem neuen Gebäude. In den drei weiteren befinden sich Großraumbüros für die Verwaltung und das Arburg Gesundheitscenter: Auf einer Fläche von 750 m2 können Mitarbeitende kostenlos, ohne viel Aufwand und unterstützt von zwei Sport-Therapeuten ihre Gesundheit ganzheitlich fördern und erhalten.

Smartes Schulungs-Equipment

Am 6. März 2020 eröffnete Arburg mit 170 Gästen aus der Region feierlich sein Schulungscenter am Stammsitz in Loßburg. „Dieses Gebäude der Zukunft bietet branchenweit das modernste Angebot für Schulungen und Trainings“, betonte Aburg-Gesellschafter Michael Hehl in seiner Rede. Foto: Arburg

Auf 2.200 m2 bietet Arburg nun interaktives und vernetztes Lernen in Theorie und Praxis: Das Herzstück des Schulungsbereichs ist die 1.160 m2 große Maschinenhalle im Erdgeschoss. Hier sind 15 elektrische, hybride, hydraulische und vertikale Allrounder-Spritzgießmaschinen der Baugrößen 270 bis 820 untergebracht, darunter auch eine Mehrkomponenten-Version. Sie bilden einen Querschnitt aus allen Größen und Antriebsvarianten des Produktprogramms ab. Jede Spritzgießmaschine ist mit einem Robot-System und einem IIoT-Gateway ausgestattet und an das Arburg Leitrechnersystem ALS angebunden. Zudem wird ein Freeformer für Schulungen in der additiven Fertigung zur Verfügung stehen.

Obwohl sich die Schulungsräume in der ersten Etage befinden, rücken Theorie und Praxis künftig noch enger zusammen. Denn jeder der elf Schulungsräume ist mit einem Smart Board ausgestattet. Zudem arbeitet jeder Kursteilnehmer an einem eigenen Touch-PC mit simulierter Steuerung. Die PCs sind untereinander vernetzt. Das ermöglicht Interaktion und Screen beziehungsweise Application Sharing, also die Übertragung von Bildschirminhalten von einem Computer auf einen anderen und die gemeinsame Arbeit an einem Dokument.

Die Digitalisierung geht noch einen Schritt weiter: Vom Smart Board aus dem Schulungsraum können die Daten auf ein kleineres Board an der jeweiligen Maschine übertragen werden. Das ermöglicht eine standort- und geräteunabhängige Zusammenarbeit in Echtzeit.

13.700 m2 großes Schulungscenter

Das 13.700 m2 große Schulungscenter ist innerhalb von drei Jahren entstanden: Im März 2017 wurden mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen, die Grundsteinlegung erfolgte im Juli 2017 und ab Mai 2020 werden die ersten Schulungen stattfinden.

Das Schulungscenter hat eine Nutzfläche von 13.700 m2 und eine Gesamthöhe von 31 m. Architektonisch gleicht der Neubau dem 2009 eingeweihten Kundencenter. „Wenn sehr viele unterschiedliche Funktionen zu berücksichtigen sind, sind Pläne und Bauwerke meist höchst kompliziert“, so Siegfried Schmelze, Architekt bei Schmelze und Partner. Bei Arburg sei das aber nichts Besonderes. Als Beispiel nannte er die sogenannte Auskragung – der überstehende Gebäudeteil – an der Arthur-Hehl-Straße. Diese sei die konsequente Fortsetzung der Linienführung des Mehrzweckgebäudes. „Mittlerweile besteht dieses Ensemble entlang der Arthur-Hehl-Straße aus drei Gebäuden: dem Kundencenter, dem Mehrzweckgebäude und dem neuen Schulungscenter“, so Schmelzle.

Beeindruckende Architektur

Die frei auskragende Ebene beginnt – ab dem zweiten Obergeschoss – in fast 9 m Höhe. Der Überhang über der Arthur-Hehl-Straße beträgt bis zu 13 m. Für eine solche gewaltige Konstruktion sind 1,80 m hohe, 1,80 m breite, 25 m lange und 79 t schwere Doppel-Stahlträger erforderlich. Ein weiteres Highlight ist die Glasfassade des Schulungscenters. Die gesamte Glasfläche inklusive der Aluminiumverkleidung umfasst circa 7.200 m2, im Erdgeschoss sind die Scheiben gebogen.

Auch in Sachen schonender Umgang mit Ressourcen und Energie sticht das Schulungscenter hervor. Die Fassade mit Doppelverglasung entspricht den neuesten Vorschriften der Energieeinsparverordnung EnEV. Zudem wurde das bei Arburg bewährte Konzept der Gebäudeklimatisierung mit Niedertemperaturnutzung und Vollklimatisierung umgesetzt. Wie bei allen anderen Gebäuden wird das Regenwasser gesammelt und für sanitäre Anlagen und die Bewässerung der Außenanlagen genutzt. Die Abwärme aus der Produktion wird verwendet, um die Hofflächen zu heizen. „Bisher ging das mit Asphalt nicht“, so der Architekt. „Doch auch hier war Arburg Innovationstreiber: Ein komplett neuartiges System wurde entwickelt und zum ersten Mal verbaut.“

sk