APK erhält Eu-Cert-Plast Zertifizierung

Im Werk der APK AG in Merseburg wird nicht nur intensiv geforscht und entwickelt - hier können im Newcycling-Verfahren auch bis zu 8.000 t hochwertiges Kunststoff-Rezyklat pro Jahr hergestellt werden. Foto: APK

Der APK Standort in Merseburg für Recycling von post-consumer Folienabfällen wurde nach Eu-Cert-Plast zertifiziert.

Im April 2021 hat der renommierte Zertifizierer Arge Cyclos / HTP die Recyclinganlage der APK AG in Merseburg nach dem Eu-Cert-Plast Zertifizierungsschema auditiert. Im Mittelpunkt der Prüfung stand die Eignung der Anlagen für das Recycling von post-consumer-Abfällen aus Kunststofffolien sowie aus Produktionsabfällen von PE/PA-Mehrschichtfolien. Alle Tests wurden erfolgreich abgeschlossen und so zeichnete Arge Cyclos / HTP Ende Juli die APK mit dem offiziellen Eu-Cert-Plast-Zertifikat aus.

Eu-Cert-Plast Zertifizierung wird zunehmend nachgefragt

„Dieses Zertifikat ist für uns von großer Bedeutung, da europaweit immer mehr Markeninhaber und Kunststoffverarbeiter Eu-Cert-Plast als Zertifizierungsstandard nachfragen“, sagt Florian Riedl, Direktor Business Development bei der APK AG. „Das Zertifikat liefert unseren Kunden einen von Dritten verifizierten Nachweis, dass wir in der Lage sind, Kunststoffabfälle aus der haushaltsnahen Sammlung in unserem Werk zu verwerten und dies mit Respekt für die Umwelt tun.“

Das werkstoffliche, lösemittelbasierte Verfahren der APK, die Newcycling-Technologie, kann verschiedene Polymere in mehrschichtigen Kunststoffverpackungen trennen. Bisher galten solche Verpackungstypen als schwer oder nicht recycelbar. Das Zielpolymer wird von APK in Regranulate mit nahezu neuwertigen Eigenschaften umgewandelt.

Wie APK erklärt, ist werkstofflich, lösemittelbasiertes Recycling ist eine fortschrittliche Recyclingtechnologie, die – aufbauend auf einer mechanischen Vorbehandlung – einen lösemittelbasierten Prozessschritt hinzufügt, bei dem das Zielpolymer gelöst, abgetrennt und gereinigt wird. Dabei werden Verunreinigungen wie Pigmente, Druckfarben, organische Rückstände oder Additive entfernt. Mit Hilfe der Newcycling-Technologie können auch Abfälle aus der PE/PA-Mehrschichtfolienproduktion sowie Folienabfälle aus dem gelben Sack verwertet werden.

Europaweit harmonisiertes Zertifizierungssystem

Eu-Cert-Plast wurde 2012 ins Leben gerufen und ist ein europaweit harmonisiertes Zertifizierungssystem. Es basiert auf der europäischen Norm EN 15343:2007 für „Kunststoffe. Recycelte Kunststoffe. Rückverfolgbarkeit des Kunststoffrecyclings und Bewertung der Konformität und des Recyclinganteils“. Das System befasst sich mit den europaweit variierenden Standards des Kunststoffrecyclings sowie einem Mangel an Transparenz und Rückverfolgbarkeit.

Eu-Cert-Plast konzentriert sich dabei auf die Rückverfolgbarkeit von Kunststoffmaterialien über den gesamten Recyclingprozess und die gesamte Lieferkette. Gründungsmitglieder sind die European Association of Plastics Recycling (EPRO), Plastics Recyclers Europe (PRE), European Plastics Converters (EuPC) und Recovinyl – eine Initiative der europäischen PVC-Industrie.

Eu-Cert-Plast wird durch eine Reihe von Konformitätssystemen und Produktkennzeichnungen wie zum Beispiel den deutschen Blauen Engel oder das Nationale Konsortium für Sammlung, Recycling und Verwertung von Kunststoffverpackungen in Italien (Corepla) anerkannt.

Die K-ZEITUNG hat schon mehrfach über das Newcycling-Verfahren berichtet, zuletzt wie die Qualität des Rezyklats weiter verbessert werden soll oder warum für den Newcycling-Prozess Extruder von Coperion eingesetzt werden.

gk

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