Alle Technologien zur Extrusion unter einem Dach gebündelt

In Laatzen bei Hannover entsteht das neue Krauss Maffei-Werk für die Extrusionstechnik mit einem einzigartigen Technikum. Foto: Krauss Maffei

Krauss Maffei bündelt alle Technogien für die Extrusion in einem neuen Werk in Laatzen bei Hannover und verspricht ein einzigartiges Extrusionstechnikum.

Die Krauss Maffei Gruppe hat mit der Konzentration aller Kompetenzen und Technologien zur Extrusion ihr technisches Know-how und die jahrzehntelange Extrusions-Erfahrung an einem Standort gebündelt. Wie das Unternehmen betont, ergeben sich für die Kunden daraus deutliche Produktvorteile und für Krauss Maffei Synergien, zukünftige Chancen und neue Forschungsfelder.

Größtes Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte

Dr. Volker Nilles, Executive Vice President für das Neumaschinengeschäft bei Krauss Maffei: „Wir sind sicher, dass wir so für die kommenden Herausforderungen in der Extrusionsbranche bestens gerüstet sind, ganz egal um welche Anwendung es geht.“Foto: Krauss Maffei

Highlight wird das weltweit modernste Extrusions-Technikum sein, das am neuen Standort in Laatzen bei Hannover entsteht. Das neue Werk ist Teil des größten Investitionsprogramms in der Geschichte von Krauss Maffei. Der Umzug der gesamten Sparte ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant.

Im Zuge unserer Wachstumspläne bei der Krauss Maffei Extrusionstechnik ist die Bündelung der Aktivitäten an einem Standort die richtige strategische Antwort auf aktuelle und künftige Herausforderungen in unserer Branche“, begründet Dr. Volker Nilles, Executive Vice President für das Neumaschinengeschäft bei Krauss Maffei, die Entscheidung. „Mit dem Technologiezentrum für unterschiedliche Extrusionsanwendungen am Standort Hannover heben wir unsere Kompetenzen, speziell mit den Umzug 2022 in das neue Werk in Laatzen, auf ein neues Level“, so berichtet Nilles sehr stolz weiter.

Bereits seit über 20 Jahren vereint die Krauss Maffei Gruppe nahezu alle Extrusionstechnologien, von der Rohr- und Profilextrusion über die Platten- und Flachfolienextrusion bis hin zu Kautschuk- und Schaumextrusion sowie Compounding und Recycling. Jetzt sind die Technologien auch räumlich vereint.

Direktverarbeitung „in einer Wärme“ noch stärker im Fokus

Nicht erst seit den aktuellen Diskussionen um Ressourcenschonung und Rezyklatverarbeitung rücken Direktverarbeitungskonzepte immer stärker in den Fokus. Vorteile des Arbeitens „in einer Wärme“ sind grundsätzlich eine geringere thermische Materialbelastung, weniger Verarbeitungsschritte sowie ein geringerer Energieverbrauch.

Direktverarbeitungskonzepte „in einer Wärme“ rücken durch die Diskussionen um Ressourcenschonung und Rezyklatverarbeitung stärker in den Fokus. Foto: Krauss Maffei

Ein sehr gutes Beispiel für ein Direktverarbeitungskonzept in der Rohrextrusion ist die Herstellung eines mineralisch hochgefüllten Rohres für die Abwasserentsorgung. Ein gleichlaufender Zweischneckenextruder bereitet das PP-Bariumsulfat-Compound auf und ein nachgeschalteter Rohr-Extrusionskopf formt das Rohr in einem Prozess aus.

„Über die bereits erprobten Direktverarbeitungslösungen hinaus bietet das Technikum unseren Experten nun die Möglichkeit, ganz neue Ideen umzusetzen und zu testen“, freut sich Volker Nilles auf zukünftige Entwicklungen. Das enorme Erfahrungswissen beider Standorte wird gebündelt und es bietet sich die Möglichkeit, ganz neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte anzustoßen, die sowohl neue Materialien als auch neue Endprodukte berücksichtigen.

Für alle Extrudeure, die ihre Rohstoffe – auch auf Basis von Recyclingware – selbst herstellen möchten, oder Aufbereiter, die ihr Produktportfolio um Endprodukte erweitern möchten, bietet das neue Technikum ideale Möglichkeiten. Dazu Volker Nilles: „Kunden können alle bei Krauss Maffei verfügbaren Technologien live erleben, Versuche mit eigenen Rohstoffen fahren und sich mit den erfahrenen Mitarbeitern aus allen Extrusionsbereichen wie beispielsweise dem Compounding, der Rohr- und Profilextrusion sowie Digitalisierung und Industrie 4.0 austauschen. Das spart Zeit und vereinfacht die Abstimmung.“

Neue Vertriebs- und Organisationsstruktur

Krauss Maffei hat alle Kompetenzen und Technologien zur Extrusion am Standort Hannover gebündelt. Foto: Krauss Maffei

Bei allen Veränderungen, die sich aus der Integration der einzelnen Abteilungen ergeben, setzt Krauss Maffei vor allem auf Beständigkeit und den Erhalt der vertrauensvollen Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Um die Kunden rund um den Globus zukünftig noch besser beraten und betreuen zu können, wurde das Vertriebsteam komplett neu aufgestellt. „Die neue Krauss Maffei Sales-Struktur bietet uns die Möglichkeit, die Betreuung unserer Kunden durch das Zusammenspiel von Experten- und Regionalvertrieb zu intensivieren“, erklärt Volker Nilles und betont, dass diese neue Struktur für alle Extrusionsbereiche gelte.

Gleichzeitig wird das Experten-Team Pipe & Profile durch neue Kollegen unterstützt. „Wir sind sicher, dass wir so für die kommenden Herausforderungen in der Extrusionsbranche bestens gerüstet sind, ganz egal um welche Anwendung es geht“, ist Volker Nilles überzeugt. Parallel dazu bündelt Krauss Maffei seine Servicekapazitäten in der Division Digital Service & Solutions (DSS) und verstärkt damit nochmals die Kundenbetreuung.

Alle Kompetenzen und Technologien zur Extrusion an einem Standort gebündelt

Kunden finden ab dem dritten Quartal 2022 das gesamte Spektrum des Krauss Maffei Repertoires der Extrusionstechnik an einem Standort. Highlight des neuen Werks in Laatzen, in dem alle Abteilungen mit bis zu 700 Mitarbeitern der Extrusionssparten aus München und Hannover zukünftig vereint sind, ist das große Extrusionstechnikum. Auf einer Fläche von 10.000 m2 stehen 26 Extrusionslinien für Versuche bereit. Novum ist, dass diese Linien erstmals im Produktionsmaßstab aufgebaut sein werden – also in voller Länge, inklusive aller Nachfolgeeinrichtungen wie beispielsweise Kühleinheit, Abzug, Wickler und Trenneinrichtung.

Über die Grundsteinlegung und weitere Hintergründe zum neuen Werk für die Extrusionstechnologie und die Grundsteinlegung für die neue Konzernzentrale in München hat die K-ZEITUNG bereits im September 2020 berichtet.

gk