Je nach Recyclingart, Größe des Unternehmens und Verarbeitungsprozess muss die Abwasserbehandlungsanlage genau an die Anforderungen des Kunden angepasst werden – hier im Bild zum Beispiel als Containeranlage.
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Je nach Recyclingart, Größe des Unternehmens und Verarbeitungsprozess muss die Abwasserbehandlungsanlage genau an die Anforderungen des Kunden angepasst werden – hier im Bild zum Beispiel als Containeranlage.

Recycling

Abwasserbehandlung beim Kunststoffrecycling lohnt sich

Warum die Anschaffung einer eigenen Abwasserbehandlung für das Kunststoffrecycling Sinn machen kann und worauf es beim Kauf entsprechender Anlagen ankommt

Das Kunststoffrecycling gewinnt derzeit weltweit stark an Bedeutung – und damit auch die Abwasserbehandlung. Denn ein wesentlicher Bestandteil des Recyclingprozesses ist heute der Einsatz von Waschwasser. Je nach Sorte des recycelten Kunststoffs, Anlagengröße oder Waschverfahren fallen dabei unterschiedliche Mengen Abwasser an – bis zu 2 m3 pro recycelter Tonne Kunststoff.

Das Abwasser kann verschiedenste Bestandteile enthalten: Fette und Eiweiße durch organische Verschmutzungen, Kunststoffabriebe, Salze und Zucker aus Restflüssigkeiten, Druckerfarben, Waschchemikalien, Zellstofffasern sowie Kleber von Etiketten. Dies hat Auswirkungen auf die Summenparameter CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) und BSB5 (biologischer Sauerstoffbedarf). Während der biologische Sauerstoffbedarf bis zu 12.000 mg/l betragen kann, steigt der chemische Sauerstoffbedarf zumeist auf 20.000 mg/l. Ähnlich variabel ist der pH-Wert, der meist zwischen 6 und 14 liegt.

Vielfältige Möglichkeiten zur Abwasserbehandlung

Die Möglichkeiten zur weiteren Verwertung des anfallenden Abwassers sind vielfältig: Bei der indirekten Einleitung reinigt die kommunale Kläranlage das anfallende Abwasser und leitet es anschließend in einen Vorfluter (stehendes oder fließendes öffentliches Gewässer) ein. Zwar sind einige Kommunalanlagen großzügig ausgelegt und können daher einen größeren Abwasserzustrom aufnehmen, der Großteil ist jedoch bereits jetzt an den jeweiligen Belastungsgrenzen.

Bei der direkten Einleitung leitet das Recyclingunternehmen das selbstständig gereinigte Abwasser in einen Vorfluter ein. Die Einleitparameter legen dabei die verschiedenen Behörden oder Kommunen regional auf Basis der erforderlichen Abwasserreinheit fest.

Eine weitere Möglichkeit ist die Wiederverwendung im Recyclingprozess. Trotz modernster Behandlungslösungen ist aber eine hundertprozentige Wiederverwendung des Abwassers nicht möglich. Hauptgrund dafür ist die Konzentration der gelösten und nicht gelösten Stoffe. Daher ist eine Frischwasserzufuhr von mindestens 10 % nötig, um den reibungslosen Waschprozess aufrecht zu erhalten.

Eigene Abwasserbehandlung lohnt sich in vielen Fällen

Wichtig zu wissen: In vielen Fällen lohnt sich für Recyclingunternehmen eine eigene Abwasserbehandlung.

Kurz zum Hintergrund: Der Green Deal der Europäischen Kommission brachte einen Entwurf für Einleitwerte auf den Weg, wenn Recyclingunternehmen ihr Abwasser in einen Vorfluter einleiten wollen. Mittels Laboranalysen lassen sich die relevanten Parameter des Abwassers bestimmen und daraufhin die Behandlungslösung ermitteln, die für die Erreichung der Einleitwerte am besten geeignet ist.

Erweitert das Recyclingunternehmen seine Kapazitäten, fällt mehr Abwasser an. Ist die kommunale Kläranlage jedoch ausgelastet, ist die Behandlung im eigenen Unternehmen notwendig. Je nach Kläranlagentyp eignen sich rund 50 bis 90 % des behandelten Abwassers für die Wiederverwendung.

Bei den Überlegungen sollte auch eine hauseigene Stromerzeugung in Betracht gezogen werden – ein immer präsenteres Thema bei vielen Recyclingunternehmen. Spezielle Abwasserbehandlungsverfahren können dazu genutzt werden, den Strom sinnvoll einzusetzen. Lösungen wie Oxidationsverfahren oder Umkehrosmose nutzen die elektrische Energie, um besonders reines Abwasser zu produzieren. Mit diesen Verfahren ist eine Wiederverwendung von rund 90 % möglich.

Beim Kauf sind zahlreiche Faktoren zu beachten

Worauf müssen nun die Recycler besonders achten, wenn sie eine Abwasserbehandlungsanlage installieren möchten? Da das Abwasser je nach Recyclingart, Größe des Unternehmens und Verarbeitungsprozess stark variieren kann, muss die Kläranlage genau an die Anforderungen des Kunden angepasst werden. Recycler sollten daher darauf achten, dass der Anbieter viele Informationen im Vorfeld erfragt.

Je nach Sorte des recycelten Kunststoffs, Anlagengröße oder Waschverfahren fallen unterschiedliche Mengen Abwasser an, die Recycler auch selbst aufbereiten und damit Kosten sparen können.
Biologische Behandlungsverfahren und Flotationen (hier im Bild) sind lang erprobte Lösungen für die Abwasserbehandlung.

Wichtig ist auch die Qualität der Anlage. Hochwertige Produkte erkennen Recyclingunternehmen an unabhängigen Zertifizierungen. Je mehr Zertifikate zur Verfügung stehen, desto besser sind die Zusammenarbeit mit den Prüfinstituten und damit die Qualität der Behandlungsanlagen.

Ein weiterer Faktor ist der Einsatz fortschrittlicher Technologien. Biologische Behandlungsverfahren und Flotationen sind lang erprobte Lösungen für die Abwasserbehandlung. Recycler sollten daher auch auf neuere Behandlungsverfahren wie Oxidation, Ultrafiltration oder Umkehrosmose achten.

Ein Kriterium sind auch entsprechende Laboranalysen. Oft sind die genauen Summenparameter wie CSB, BSB5, TSS, Stickstoff, Phosphor, Chloride oder Sulfate nicht bekannt. Manche Hersteller von Kläranlagen bieten daher Analysen im hauseigenen Labor an. Der Recycler erhält die exakten Werte seines Abwassers in schriftlicher Form.

Wie bei allen Systemen zählt auch bei Kläranlagen für das Kunststoffrecycling die Energieeffizienz. Verbraucht eine Anlage wenig Strom, schont sie nicht nur den Geldbeutel des Recyclers, sie zeugt damit auch von fortschrittlicher Technologie und dem Einsatz moderner Behandlungsverfahren.

Nachdem eine Kläranlage in regelmäßigen Abständen Pflege und Wartung braucht, sollte bei der Entscheidung für einen Hersteller auch der Service auch nach dem Kauf eine Rolle spielen. Denn bei Rückfragen im laufenden Betrieb sollte der Anbieter möglichst rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Damit der Recycler risikofrei eine Abwasserbehandlungsanlage kauft, sollte er zu guter Letzt auch auf langjährige Garantien in allen Bereichen achten. Im Idealfall bieten Produzenten bis zu 15 Jahre Garantie auf ausgewählte Teile. gk