Absage für hydraulische Antriebe

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Geringerer Energieverbrauch, höhere Genauigkeit und geringerer Wartungsaufwand sind Fanuc die Vorteile elektrischer Spritzgießmaschinen.

Shinichi Tanzawa, President & CEO von Fanuc Europe, nennt als Beispiel die auf der Fakuma vorgestellte Roboshot mit 4500 kN Schließkraft. „Obwohl in Europa ständig über Umweltschutz und Energieeinsparungen gesprochen wird, hat sich – im Vergleich zu Japan – der Trend in Richtung Vollelektrik im europäischen Spritgießmaschinenmarkt noch nicht durchgesetzt. Aber wenn das passiert, können wir im Wachstum deutlich zulegen“, ist sich Tanzawa sicher.

Shinichi Tanzawa, President & CEO von Fanuc Europe: „Der Trend in Richtung vollelektrische Spritzgießmaschinen hat sich auf dem europäischen Markt noch nicht durchgesetzt.“ Foto: Fanuc

Heute beziehungsweise seit Fanuc unabhängig in Europa operiert, liegt die praktische Grenze für deren vollelektrische Spritzgießmaschinen bei 4.500 kN Schließkraft. Antriebe für Maschinen mit deutlich höheren Schließkräften seien schwerfälliger. „Und wir werden zu keinen hydraulischen Lösungen für unsere SGM greifen“, betont Tanzawa. Er fügt hinzu: „Unser Produkt zeichnet sich durch hohe Qualität und Haltbarkeit aus. Wir überwachen die mittlere störungsfreie Betriebszeit (MTBF). So wie wir es im Bereich CNC-Werkzeugmaschinen- und Roboter-Segment festgestellt haben, beträgt die MTBF bei Roboshot nicht Monate, sondern es sind hier typischerweise mehr als zehn Jahre.“ Voraussetzung sei aber, dass sich der Anwender an die vorgegebenen Betriebs- und Wartungsmaßnahmen hält.

20 % Marktanteil in Europa bei Vollelektrischen

Tanzawa beziffert die Gesamtzahl der in Europa installierten Roboshots auf 6.500 Einheiten beziehungsweise 60.000 weltweit. Nach Angaben von Tanzawa liegt der Anteil vollelektrischer Spritzgießmaschinen auf dem europäischen Markt bei rund 30 %. Daran habe Fanuc mit den Roboshot Maschinen einen Anteil von 20 %. Der Manager gibt zu, dass es angesichts der starken Präsenz lokaler Spritzgießmaschinenanbieter eines höheren Engagements des deutschen und österreichischen Fanuc-Vertriebs bedarf. Während zwischenzeitlich so gut wie alle europäischen Maschinenbauer – nach anfänglichen Vorbehalten – nun doch auf den „vollelektrischen Zug“ aufgesprungen sind, stützen sie sich doch weiterhin auf hydraulisch angetriebene Systeme.

Obwohl das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan vom Juli 2018 das Geschäft von Fanuc in Europa begünstigt, sieht Tanzawa, dass „die Importzölle für Produkte, die wir aus Japan beziehen, nicht besonders hoch sind“. Bedeutender sei für das Unternehmen, ein über die letzten Jahre vorangetriebenes Konzept eines umfassenden, schnellen und erstklassigen Kundendiensts über den Absatz von Produkten hinaus. Diese Philosophie zielt darauf, dass ein besserer Service Kunden zugutekommt, die folglich Fanuc Maschinen den Vorzug geben – nicht zuletzt wegen ihrer hohen Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.

Tanzawa erklärt, dass die gesamte europäische Organisation in einem zweistelligen Bereich gewachsen sei, seit er in 2016 zum CEO und President von Fanuc Europe ernannt wurde, „aber unser Umsatzwachstum ist noch besser.“ Er führt aus, dass er eine Situation „geerbt“ habe, in der das größte Absatzvolumen in Westeuropa entstanden war. Er sieht allerdings noch viel Potenzial in den wirtschaftlich stärker wachsenden Ländern Mittel- und Osteuropas, in denen die Automatisierung – angesichts der Investitionen westeuropäischer Unternehmen und des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften – an Bedeutung zunimmt. Fanuc wird daher weiter qualifiziertes Personal in den Niederlassungen in Rumänien und der Slowakei – beide werden 2019 gegründet – und Serbien (Gründung in 2018) einstellen.

sk

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