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6 Mio. EUR für Förderung von Künstlicher Intelligenz

1 Mio. EUR Förderung erhält die Hochschule Trier von der Carl-Zeiss-Stiftung für ein Forschungsprojekt zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Additiven Fertigung mit Recyclingkunststoffen. Foto: Hochschule Trier

Mit fast 6 Mio. EUR fördert die Carl-Zeiss-Stiftung sechs interdisziplinäre Forschungsprojekte zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion.

Sechs Teams aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen erhalten die Förderung für Projekte rund um den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Fertigung. Die größte Fördersumme, nämlich 1 Mio. EUR, geht dabei an ein Team an der Hochschule Trier. Es geht der Frage nach: Wie lassen sich Methoden der nachhaltigen Produktion mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz weiterentwickeln? Können industrielle Kunststoffabfälle KI-unterstützt klassifiziert und so aufbereitet werden, dass ein nachhaltiger generativer Produktionskreislauf entsteht?

Künstliche Intelligenz in der Recyclingstrecke für Kunststoffe im 3D-Druck

Zur Klärung dieser und weiterer Forschungsfragen wird im Projekt KI-Genf (die Abkürzung steht für „Effiziente, intelligente, generative Fertigung mit Recyclingkunststoffen durch KI-Optimierung“) energieeffiziente Recyclingstrecke für Kunststoffe zur generativen Fertigung aufgebaut. KI-Methoden und Kriterien kommen dabei in der gesamten Prozesskette zum Einsatz. Beispielsweise unterstützt eine KI durch eine Kombination aus Radartechnik und Bilderkennung das Sortieren der Abfälle. Beim Produktionsprozess wird der schichtweise Aufbau des Produkts mittels Bildverarbeitung überwacht und optimiert. Die Recyclingstrecke wird im 2018 von der Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Innovationslabor Digitalisierung aufgebaut.

Ein Team der Hochschule Furtwangen geht der Frage nach, wie Künstliche Intelligenz Fertigungsprozesse vereinfachen und zur Qualitätssicherung beitragen kann. Die Idee ist, das Fachpersonal durch einen digitalen Meister zu entlasten.

Im „Transfer- und Kompetenzzentrum Industrial AI“ an der Hochschule Heilbronn werden anhand von industriellen Anwendungen Potentiale und Möglichkeiten des Einsatzes von KI in Produktionsprozessen mittelständischer Unternehmen erforscht.

Das Team der Hochschule Pforzheim will durch die Kombination verschiedener Verfahren der Künstlichen Intelligenz intelligente Sensoren und Aktoren entwickeln, die sich selbstständig an Veränderungen anpassen und so eine flexiblere Produktion ermöglichen.

Förderung für KI-basierten, selbstlernenden digitalen Zwilling

Projektziel an der Hochschule Ravensburg-Weingarten ist die Konzeption eines KI-basierten, selbstlernenden digitalen Zwillings, der sich automatisch an veränderte Systembedingungen anpasst und Produktionsprozess und Produktlebenszyklus möglichst realitätsnah simuliert.

An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena werden mit Explainable AI-Methoden zwei einander ergänzende Tools für die Stahlindustrie entwickelt: Der Micrographer soll das Gefüge von bestehendem Stahl analysieren, der Steeldesigner die für bestimmte Zwecke optimale Zusammensetzung vor der Produktion berechnen.

„Grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung sind uns gleichermaßen wichtig“, sagt Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung. „Daher haben wir uns mit der Ausschreibung für KI in der Produktion bewusst für eine praxisnahe Forschungsförderung entschieden. So wollen wir einen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer leisten. Ein weiteres Beispiel dafür ist unser neu ausgeschriebenes Programm CZS Prototypen.“

Nächstes Thema der Förderung ist Ressourcen-Effizienz

Seit Anfang 2021 fokussiert die Carl-Zeiss-Stiftung ihre Förderung auf mehrjährige Schwerpunktthemen. Erstes Schwerpunktthema ist Künstliche Intelligenz. Das zweite Schwerpunktthema Ressourcen-Effizienz wird sich dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen widmen.

sk