3D-Druck 21.08.2017 0 Bewertung(en) Rating

3D-Druck: Neue Freiheitsgrade in der Additiven Fertigung

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens werden am SKZ grundlegende Erkenntnisse zur Additiven Fertigung von Mehrkomponentenbauteilen erarbeitet. Welche Schwerpunkte werden dabei gesetzt? Welche Verfahren bieten sich an?

 - Die abgebildeten Reifen bestehen aus TPE. Die dazugehörigen Felgen sind aus ABS im FLM-Verfahren gedruckt.
Die abgebildeten Reifen bestehen aus TPE. Die dazugehörigen Felgen sind aus ABS im FLM-Verfahren gedruckt.
SKZ

Das Mehrkomponenten-Spritzgießen von Hart-Weich-Verbunden, bei dem eine Hartkomponente mit einem thermoplastischen Elastomer überspritzt wird, ist in der Kunststoffindustrie seit vielen Jahren etabliert. Bei den Additiven Fertigungsverfahren haben sich Mehrkomponentenbauteile für technische Anwendungen allerdings noch nicht durchgesetzt. Die Verarbeitung von mehreren Materialien innerhalb eines Bauteils in der Additiven Fertigung eröffnet dabei komplett neue Freiheitsgrade und immense Innovationspotentiale hinsichtlich Design, Teilegestaltung, Funktionsintegration und kosteneffizienter Produktion. Am SKZ wurde nun ein neues Forschungs-Vorhaben begonnen, in dem grundlegende Erkenntnisse zu diesem Thema erarbeitet werden.

Additive Herstellung von Hart-Weich-Verbunden

Um additiv gefertigte Hart-Weich-Verbunde herzustellen, bieten sich insbesondere das Fused Deposition Modelling bzw. Fused Layer Modelling (FDM/FLM) sowie das Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF) an. Dabei entsteht das Bauteil durch schichtweises Ablegen von Kunststoffsträngen auf einer Bauplattform. Diese Verfahren haben die Marktführerschaft bezüglich der Anzahl verkaufter Maschinen eingenommen und stellen sowohl technisch als auch wirtschaftlich eine einfach umsetzbare Technologie zur Herstellung additiv gefertigter Mehrkomponentenbauteile bereit.

Serientaugliche Mehrkomponententeile im 3D-Druck

Darüber hinaus existiert auf der Materialseite ein großer Anbietermarkt mit einem vielfältigen Angebot. Im Bereich der Mehrkomponentenverarbeitung mittels Additiven Fertigungsverfahren besteht allerdings noch dringender Handlungsbedarf – insbesondere bei der Gestaltung des Verbundbereichs, bei der Fertigungsstrategie und der Prozessführung sowie bei der Charakterisierung des Haftungsverhaltens. Die Projektergebnisse und die im Forschungsvorhaben entwickelten Methoden sollen die fehlenden Grundlagenkenntnisse zur Herstellung serientauglicher Mehrkomponententeile mit reproduzierbaren Eigenschaften und Bauteilqualitäten liefern. Hierbei profitieren die beteiligten Unternehmen durch neue Erkenntnisse hinsichtlich reproduzierbarer Prüfmethoden, optimaler Materialauswahl sowie fertigungsgerechter Bauteilauslegungen und Baustrategien.

Das IGF-Vorhaben 19607 N der Forschungsvereinigung des SKZ wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Projekt läuft bereits seit Juli 2017 und soll im Juni 2019 enden.

db

Kommentar schreibenArtikel bewerten
  • Funktionen:
  • drucken
  • Kontakt zur Redaktion

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» neu laden)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.