2K-Spritzgießmaschinen: So wird ein Schuh draus

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Framas ersetzt mit vier 2K-Spritzgießmaschinen von Arburg das aufwändigere, mehrstufige Einlegeverfahren für die Herstellung von Schuhkomponenten.

Kunststoffverarbeiter Framas mit Sitz in Pirmasens nutzt mit den Arburg Spritzgießmaschinen die Vorzüge des Mehrkomponenten-Spritzgießens jetzt auch im angestammten Segment der Entwicklung und Herstellung von Hochleistungskomponenten für Sport-, Funktions- und Modeschuhe.

Schuhkomponente mit zweit TPU in einem Arbeitsschritt

Der 2K-Spritzguss ersetzt das sonst übliche Einlegeverfahren mit den einhergehend aufwändigeren, weil mehrstufigen Prozessschritten. Zwei verschiedene Kunststoffe in nur einem Fertigungsschritt zu einem Endprodukt zu verarbeiten, ist gerade bei hohen Stückzahlen deutlich effizienter und minimiert zudem dank höherer Automatisierungsrate die Fehlerpotenziale. Beim ersten Einsatz der neu angeschafften Maschinen im Rahmen eines Ende 2020 produktiv gehenden Kundenprojekts wird bei der Fertigung einer Laufsohle eines Sicherheitsschuhs ein zweites TPU (Thermoplastisches Polyurethan) mit rutschhemmenden Eigenschaften in ein und demselben Arbeitsprozess eingespritzt.

Zwei Spritzgießmaschinen schon 2019 in Betrieb genommen

Nach ersten Installationen im August und Oktober vergangenen Jahres sind hierfür im Mai und im Juni 2020 zwei weitere 2K-Spritzgießmaschinen von Arburg eingerichtet worden. Neben der Integration in das erst kürzlich eingeführte Manufacturing Execution System (MES) Hydra von MPDV wurden mittlerweile auch die erforderlichen Schulungen durchgeführt. Die Gesamtinvestition beträgt über 1 Mio. EUR. Am Standort Pirmasens unterhält Framas damit jetzt insgesamt 34 Spritzgießmaschinen unterschiedlicher Art.

Zum Portfolio des Unternehmens gehören neben Leisten auch Fersenelemente und Hinterkappen, Brand- und Außensohlen, Spikesysteme, Dämpfungselemente und sonstige Hochleistungskomponenten für Schuhe, etwa für die Anwendung in der Medizin- und Orthopädietechnik. Über die Schuhindustrie hinaus wird auch der Elektronik-Bereich mit Zulieferteilen aus Kunststoff bedient.

„Als äußerst vielseitige Werkstoffe bieten Kunststoffe eine sehr hohe Varianz an mechanischen Materialeigenschaften. Dabei kann es um Elastizität, Kratz- und Bruchfestigkeit genauso gehen wie um Lichtechtheit oder auch wie in unserem Neuprojekt gefordert um die Rutschfestigkeit“, erklärt Andreas Quade, General Director Technology von Framas Kunststofftechnik und dort verantwortlich für die Produktion. „Die sichere Materialpaarung zweier TPU in einem Prozessschritt durchführen und das Werkstück komplett auf nur einer Maschine fertigen zu können, bringt weitreichende Vorteile mit sich. Die Modernisierung des Maschinenparks eröffnet unseren Kunden aus der Schuhindustrie damit eine High-End-Technologie, die sonst meist nur in Branchen wie Automotive oder Medizintechnik zum Einsatz kommt.“

Die Schuhindustrie ist derzeit sehr aktiv im Hinblick auf neue Lösungen aus Kunststoff, wie auch aktuelle Beispiele von Timberland und Adidas zeigen.

sk

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