Branche 26.01.2016 116 Bewertung(en) Rating

VDMA: Mit Composites zum hybriden Leichtbau

Das Forum Composite Technology im VDMA geht in die Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien über. Die thematische Erweiterung soll dem Trend im Leichtbau hin zu einem hybriden Werkstoffmix gerecht werden. Ziel ist, dass Maschinenbau und Anwenderbranchen ihr Wissen werkstoffübergreifend noch besser verknüpfen.

Mit Gründung der Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien besetzt der VDMA einen zukunftsträchtigen Technologiebereich. Bei Leichtbauanwendungen kommen zunehmend Werkstoffkombinationen im Multi-Material-Design zum Einsatz. Die 175 VDMA-Mitgliedsfirmen im VDA Forum Composite Technology befassen sich daher künftig auch mit Composite-Metall-Verbünden. Das Forum geht dazu in der Arbeitsgemeinschaft (AG) auf und öffnet sich in diesem Zuge auch solchen Unternehmen, die nicht Mitglied im VDMA sein können, unter anderem Verarbeiter und OEM.

Kompetenzen im Leichtbau bündeln

 - Der Vorsitzende der AG Hybride Leichtbau Technologien Peter Egger (l., Fa. Engel) zusammen mit dem Projektleiter der AG Dr. Walter Begemann (r., VDMA): Die Zukunft beim Leichtbau liegt im optimalen Materialmix und damit verbunden in der richtigen Kombination von Verfahrenstechnologien für die Serienfertigung
Der Vorsitzende der AG Hybride Leichtbau Technologien Peter Egger (l., Fa. Engel) zusammen mit dem Projektleiter der AG Dr. Walter Begemann (r., VDMA): Die Zukunft beim Leichtbau liegt im optimalen Materialmix und damit verbunden in der richtigen Kombination von Verfahrenstechnologien für die Serienfertigung
K-ZEITUNG

"Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die im VDMA vorhandenen werkstoffunabhängigen Maschinenbau-Kompetenzen im Leichtbau zu bündeln und mit dem Bedarf der Abnehmerbranchen abzustimmen. An diesem wichtigen Austausch beteiligen sich daher künftig auch Anwender- und Zulieferindustrien sowie auf diesem Gebiet aktive Forschungseinrichtungen", erläutert Dr. Walter Begemann, im VDMA der Projektleiter der neuen AG.

Eine weitere Motivation zur Gründung dieser AG ist laut Begemann auch, dass "eine Ausweitung der Faserverbund-Aktivitäten durch metallischen zum hybriden Leichtbau wesentlich höhere Marktanteile für Maschinenbau und Anwenderindustrien erschließt. Denn auf dem Weg zur Serienfertigung sind geeignete Produktions- und Verbindungstechnologien gefragt, wie sie nur der Maschinen- und Anlagenbau anbietet."

Hohes Interesse an Zusammenarbeit

In der Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien im VDMA sind mit ihrer Gründung bereits 175 VDMA-Mitgliedsunternehmen zusammengeschlossen, mehr als 115 Interessenten nahmen an der Gründungsveranstaltung teil. Die künftige Mitwirkung aus Anwender- und Zulieferindustrien sowie Forschungseinrichtungen ist ausdrücklich erwünscht.

 - Der Vorstand der neu gegründeten AG Hybride Leichtbau Technologien (v. l.): Marc Kirchhoff (Trumpf), Nicolas Beyl (Krauss Maffei), Matthias Graf (Dieffenbacher), Klaus-Peter Welsch (Geiss), Peter Egger (Engel), Jochen Schmidt (Karl Mayer Malimo). Nicht im Bild: Lothar Gräbener (Schuler Pressen)
Der Vorstand der neu gegründeten AG Hybride Leichtbau Technologien (v. l.): Marc Kirchhoff (Trumpf), Nicolas Beyl (Krauss Maffei), Matthias Graf (Dieffenbacher), Klaus-Peter Welsch (Geiss), Peter Egger (Engel), Jochen Schmidt (Karl Mayer Malimo). Nicht im Bild: Lothar Gräbener (Schuler Pressen)
VDMA

Dem Gründungsvorstand gehören zunächst sieben Mitglieder an. Sie wählten aus ihrer Mitte Peter Egger zum Vorsitzenden. Egger ist Bereichsleiter Technologiezentrum für Leichtbau-Composites bei Engel Austria. "Die Zukunft liegt im optimalen Materialmix und damit verbunden in der richtigen Kombination von Verfahrenstechnologien", so Egger gegenüber der K-ZEITUNG. "Der Spritzguss wird die Herausforderungen im Leichtbau nicht alleine lösen, aber ich bin überzeugt er kann ein wichtiger Teil der Lösung sein, insbesondere wenn es um die Funktionalisierung von Bauteilen bei großen Stückzahlen geht."

Werkstoffe und Produktionstechnologien vernetzten

Aufgrund energie- und ressourcenschonender Zielsetzungen auch auf Seiten der Politik hat der Fahrzeugbau neben der Luft- und Raumfahrt und der Windindustrie beim Thema Leichtbau mittlerweile eine Treiberfunktion übernommen. Wird der jeweils geeignete Werkstoff mit seinen besonderen Eigenschaften an der richtigen Stelle eingesetzt, führt dies im Idealfall zur konstruktiv wie wirtschaftlich angestrebten optimalen Systemlösung.

"Die AG Hybride Leichtbau Technologien im VDMA möchte dazu beitragen, diese optimalen Systemlösungen zu entwickeln und voranzutreiben", erklärt Dr. Begemann. Daraus ergeben sich direkt die ersten Handlungsfelder der AG: Angefangen bei den Werkstoffen selbst über die Verbindungstechnik bis zur Vernetzung der Produktionstechnologien. "Die Verbindustechnik ein wesentlicher Schlüssel im hybriden Leichtbau", so Dr. Begemann. Übergreifende Fragestellungen widmen sich Themen wie Simulationsmethoden, Funktionsintegration und Life Cycle Betrachtungen.

Leichtbau ist von industriepolitischer Bedeutung

Die AG Hybride Leichtbau Technologien behandelt das Thema Leichtbau werkstoffunabhängig, anwendungsorientiert und branchenübergreifend. "Damit entsteht eine europaweit zugängliche Plattform zum Erfahrungsaustausch, die für ihre Mitglieder die Markterschließung und Stärkung der Markposition weltweit zum Ziel hat", sagt Peter Egger. "Der Ausbau bisheriger Messeaktivitäten unter anderem auf der Composites Europe werden einen wesentlichen Beitrag dazu leisten."

Dr. Begemann ergänzt, dass die Bundesregierung im Koalitionsvertrag den Leichtbau neben Industrie 4.0 als Querschnittsbereich von besonderer Bedeutung einstuft und "sich der der VDMA mit seiner Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien für einen industriepolitischen Dialog maßgeblich einbringen wird."

mg

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