Automation 21.04.2017 1 Bewertung(en) Rating

Roboterarm mit Sensorhaut spürt Nähe

Forschung für kleine und mittelständische Unternehmen: Sensitiver Überzug soll die Nähe menschlicher Kollegen erkennen. Umfassendes Sammeln und Auswerten von Daten kann helfen, Unfälle zu vermeiden.

 - Hightech-Sensorentwicklung für Roboter in München
Hightech-Sensorentwicklung für Roboter in München
Andreas Heddergott / tum.de

Ingenieure der Technischen Universität Delft haben eine revolutionäre Software für einen Roboterarm entwickelt, der damit unvorsichtige Mitarbeiter, die in seine Nähe kommen, nicht verletzen kann. Er ist mit einer Haut aus unterschiedlichen Sensoren bestückt, die ihn in seiner Bewegung stoppen, wenn er einem lebendigen oder sonstigen Hindernis zu nahe kommt.

Der Roboterarm ist im Rahmen der europäischen Forschungsinitiative "Factory-in-a-Day" entstanden. Deren Ziel ist es, die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Industrie zu steigern. Haupthindernisse für den Einsatz von Robotern sollten beseitigt werden; künftig sollen sie innerhalb kürzester Zeit für neue Aufgaben umgerüstet werden können, und auch die Kosten sollen entscheidend sinken.

Ein Faktor, der Kosten verursacht und Zeit benötigt, sind Sicherheitseinrichtungen und -zonen. Damit niemand verletzt wird und Schäden vermieden werden, arbeiten Roboter in abgesperrten Bereichen. Wenn Roboterarme vertrauenswürdige Sensoren haben, ist diese Vorsichtsmaßnahme nicht mehr nötig. Selbst wenn Mitarbeiter sich in Gefahr begeben und die Sicherheitszone betreten, etwa um eine kleine Störung zu beseitigen, haben sie nichts mehr zu befürchten.

Intelligente Sensorhaut erfasst Druck, Wärme und Beschleunigung

In Kooperation mit Experten von Siemens und der Technischen Universität München wurde das Kontrollsystem hinter der Technologie entwickelt. "Es gibt schon Technologien zur Verbesserung der Sicherheit im Arbeitsbereich von Robotern. Aber keine ist so intelligent und effektiv wie diese", sagt Forscher Carlos Hernandez Corbato. Die Sensoren erfassen Drücke, Temperaturen, Abstände und Beschleunigung. Ein weiterer Vorteil sei die Fähigkeit der Sensorhaut, sich selbst zu kalibrieren.

Die Factory-in-a-Day-Initiative will vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen den Robotereinsatz ermöglichen. Bisher setzen diese nur vereinzelt derartige Helfer ein, die die Produktivität erheblich verbessern. Der Roboterarm, der in Den Haag vorgestellt wird, ist noch im Entwicklungsstadium. Ein Prototyp soll bis Ende September fertig werden.

gr

Kommentar schreibenArtikel bewerten
  • Funktionen:
  • drucken
  • Kontakt zur Redaktion

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» neu laden)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.