Werkstoffe 17.12.2015 5 Bewertung(en) Rating

Polyamides Klima

Jährlich treffen Polyamide und die kalte Jahreszeit aufeinander. Das Problem mit der Feuchtigkeit lässt sich aber mittels definierter Konditionierung nach dem Klimaverfahren vermeiden.

 - Bauteile aus Polyamid nehmen Feuchtigkeit über ihr Umgebungsklima auf. Dass die Bauteilqualität sehr von dem Restfeuchtegehalt des Granulats abhängig ist, ist in den Spritzgießbetrieben seit vielen Jahren bekannt. Doch auch nach der Verarbeitung ist die Feuchtigkeitsaufnahme weiterhin ein großes Thema bei Bauteilen aus Polyamiden
Bauteile aus Polyamid nehmen Feuchtigkeit über ihr Umgebungsklima auf. Dass die Bauteilqualität sehr von dem Restfeuchtegehalt des Granulats abhängig ist, ist in den Spritzgießbetrieben seit vielen Jahren bekannt. Doch auch nach der Verarbeitung ist die Feuchtigkeitsaufnahme weiterhin ein großes Thema bei Bauteilen aus Polyamiden
Barlog

Die technischen Kunststoffe aus der Gruppe der Polyamide, und hier insbesondere die aliphatischen Polyamide PA6 und PA6.6., sind ein wichtiger Werkstoff in vielen Anwenderbranchen – egal ob in der Automobilfertigung, im Maschinenbau oder in der Elektro- und Elektronikbranche. Der Grund hierfür liegt in den hervorragenden Eigenschaften des Materials, einer guten Mischung aus hoher Festigkeit und Zähigkeit sowie einer guten Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit. Ein weiteres Merkmal dieser Produkt­gruppe: Polyamide erhalten erst durch die Aufnahme von Feuchtigkeit ihr endgültiges Eigenschaftsprofil.

Polyamide nehmen Feuchtigkeit über ihr Umgebungsklima auf. Dass der Verarbeitungsprozess und die spätere Bauteilqualität sehr von dem Restfeuchtegehalt des Granulats abhängig sind, ist in den Spritzgießbetrieben seit vielen Jahren bekannt und es wird großer Wert auf die Materialvorbereitung gelegt. Doch auch nach der Verarbeitung ist die Feuchtigkeitsaufnahme weiterhin ein großes Thema bei Bauteilen aus Poly­amiden.

T rockene Luft bereitet häufig Probleme Viele
Unternehmen scheuen aber aus Kostengründen einen zusätzlichen Prozessschritt und versuchen die Feuchtigkeitsaufnahme über eine Lagerung im Umgebungsklima zu realisieren. Aufgrund unterschiedlicher klimatischer Bedingungen kann man aber nicht von einem stabilen Prozess ausgehen und muss hoffen (oder nachprüfen), dass die Bauteile bis zur Auslieferung genug Feuchtigkeit aufnehmen konnten.

Doch besonders im Winter herrscht generell eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit, und was im Sommer vielleicht noch funktioniert hat, bereitet nun häufig Probleme: Bauteile reißen beim Verbauen, Schnapphaken brechen bei der Montage und Maße stimmen nicht mehr mit den Vorgaben überein.

Oft werden Kunststoffverarbeiter und -anwender von dieser Häufung von Fehlern überrascht, weil die Klimaschwankungen zwischen den Jahreszeiten in Prüfprogrammen und Prozessfest­legungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Mit einer definierten Konditionierung der Polyamidbauteile kann man einer solchen jahreszeitbedingten Häufung von Fehlern aber entgegentreten.

 
1 | 2
Kommentar schreibenArtikel bewerten
  • Funktionen:
  • drucken
  • Kontakt zur Redaktion