Technologie 12.02.2015 0 Bewertung(en) Rating

Merck und Flex Enable erreichen Fortschritt bei Kunststoff-Flüssigkristall-Displays

Die neue Technologie ermöglicht laut Merck biegsame, leichte, dünne und extrem robuste Flüssigkristall-Displays (LCD). Die Anwendung der organischen Transistortechnologie bietet einen Weg zu kostengünstigen Lösungen für die Volumenproduktion.

Merck, eigenen Angaben zufolge der weltweite Markt- und Technologieführer bei Flüssigkristallen und Materialien für die organische Elektronik, kooperiert in einer Partnerschaft mit dem in Großbritannien ansässigen Unternehmen Flex Enable, laut Merck der Marktführer in der Entwicklung und Industrialisierung flexibler organischer Elektronik. Im Rahmen dieses Gemeinschaftsprojekts haben die beiden Unternehmen einen wichtigen Fortschritt in der Technologie für Kunststoff-LCDs erreicht.

Sie haben ein vollkommen glasfreies Kunststoff-LCD entwickelt, bei dem stattdessen organische Transistoren auf einer Kunststofffolie verwendet werden, was laut Merck zahlreiche Vorteile bietet. Kunststoff-LCDs bieten das Potenzial, Produkte zehnmal dünner, mehr als zehnmal leichter und preiswerter als herkömmliche glasbasierte Displays herzustellen – wobei sie gleichzeitig als besondere Produktvorteile auch äußerst robust sind und sich an gewölbte beziehungsweise gebogene Oberflächen anpassen können, hießt es von Merck aus Darmstadt.

LCD mit Aktivmatrix-In-Plane-Switching (IPS)

Der in sehr kurzer Zeit entwickelte Demonstrator vereint die wesentlichen Vorteile der organischen Transistortechnologie (OTFT) und konnte mit einer hohen Qualität und Ausbeute hergestellt werden. Damit wird laut Merck ein Weg aufgezeigt, wie LCDs – die derzeit am meisten verbreitete Displaytechnologie – in Zukunft noch kostengünstiger hergestellt werden könnten. Flex Enable konnte jetzt das weltweit erste Kunststoff-LCD mit Aktivmatrix-In-Plane-Switching (IPS) präsentieren. Es basiert auf dem "OTFT-Array" von Flex Enable sowie Flüssigkristall- und organischen Halbleiter­materialien von Merck. Während dieser erste Demonstrator mit einem IPS-Modus arbeitet, ist das Konzept gleichermaßen mit anderen Flüssigkristall-Technologien realisierbar. Es eröffnet breite Anwendungen, beispielsweise für E-Reader, dynamische Beschilderungen und Werbung.

Bald biegsame Displays?

"Wir freuen uns über diesen weiteren Fortschritt, denn er zeigt deutlich das enorme Innovationspotenzial, das die Flüssigkristalltechnologie noch für uns bereithält", so Inese Lowenstein, Leiterin der Merck-Geschäftseinheit Display Materials. "Zudem zeigt dies, dass kunststoffbasierte biegbare oder gar flexible Displays kein Traum mehr sind, sondern schon bald Realität werden können. Das spornt uns an, die Flüssigkristall-Technologie speziell für diese Anwendung weiter zu entwickeln. Jetzt können wir uns auch vorstellen, wie Flüssigkristall-Displays künftig noch größer werden können, indem wir sie leicht, transportabel und unzerbrechlich gestalten."

Kunststoff LCDs bieten viele Vorteile

Indro Mukerjee, Chairman von Flex Enable, bestätigt die Bedeutung der neuen Entwicklung und fügt hinzu: "Ich gratuliere dem FlexEnable-Team und seinen Partnern dafür, dass sie wieder beweisen konnten, wie ausgereift und hoch entwickelt unsere Transistor-Plattform ist. Dies in nur wenigen Monaten statt in Jahren zu erreichen, ist ein Beleg für die Tiefe des Verständnisses und das Know-how, über das wir mit unserem gesamten Spektrum an industriell bewährten Prozessen verfügen. Kunststoff-LCDs bieten klare Vorteile, wenn es auf Gewicht und Dicke ankommt – auch in den Volumenmärkten für Consumer- und Industrieprodukte. Darüber hinaus bietet dies einen Weg hin zu einfacheren, preiswerteren Device Stacks für Display-Hersteller."

Weitere Projektpartner

Neben Merck und Flex Enable haben weitere Projektpartner an diesem Erfolg gearbeitet – darunter Fachleute für Display-Technologie vom Institut für großflächige Mikroelektronik an der Universität Stuttgart. Darüber hinaus beteiligt waren zwei deutsche Firmen, der Kunststofffolien-Hersteller LOFO High Tech Film und der Lieferant von Spezial-Resist-Lacken Micro Resist Technology, sowie das israelische Unternehmen Etkes, ein Lieferant für Hintergrundbeleuchtungen. Diese zukunftsweisende Technologie wurde durch das siebte Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union mitfinanziert. Flex Enable ist aus dem Unternehmen Plastic Logic hervorgegangen und hat dessen Mitarbeiter und Vermögenswerte in Cambridge, Großbritannien, übernommen.

pl

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