Automotive 07.06.2017 0 Bewertung(en) Rating

Laserschweißen bei Reifensensoren

Schrader Performance Sensors setzt für Reifendruckkontrollsysteme auf "Laserdurchstrahlschweißen" von LPKF.

Mit bisher mehr als 300 Mio. produzierten RDKS-Sensoren ist Schrader bei den direkten Systemen unangefochtener Marktführer – und das weltweit. Für 2017 rechnet die Branche mit Zuwachsraten von 17 %, denn Reifendruckkontrollsensoren gewinnen in immer mehr Ländern an Bedeutung. Insgesamt erwartet man einen Gesamtbedarf von 55 Mio. Fahrzeugsätzen. The "Next Big Thing" dürfte auch hier China werden.

Gleichzeitig wird der Anteil der indirekten Systeme ohne eigene Sensorik am Gesamtmarkt kleiner. "Durch innovative Herstellungs-Verfahren, die Qualität und Quantität auf ideale Weise verbinden, werden wir den weltweiten Hunger nach entsprechenden Sensoren auch in Zukunft stillen", ist sich Markus Schmid, Head of Marketing, Global Aftermarket, sicher. Modernste Produktionsmethoden wie das "Laserdurchstrahlschweißen" für die Kunststoffkomponenten der RDKS-Sensoren tragen hierzu ihren Teil bei. Mit der weltweit agierenden deutschen Firma LPKF Laser & Electronics AG mit Sitz in Garbsen konnte hier bei den Produktionsmaschinen der ideale Partn er gefunden werden. Ein speziell mit dem Thema Schweißtechnik befasstes Tochterunternehmen des Konzerns, die LPKF WeldingQuipment GmbH, hat seinen Sitz in Fürth.

 - LPKF Inline Weld 6600, ein Lasersystem zum Kunststoffschweißen in der Serienproduktion. Umfangreiche Automatisierungsschnittstellen, integrierte Prozessüberwachung sowie moderne Spanntechnik und Software sorgen laut Hersteller für höchste Prozesssicherheit und größtmögliche Flexibilität
LPKF Inline Weld 6600, ein Lasersystem zum Kunststoffschweißen in der Serienproduktion. Umfangreiche Automatisierungsschnittstellen, integrierte Prozessüberwachung sowie moderne Spanntechnik und Software sorgen laut Hersteller für höchste Prozesssicherheit und größtmögliche Flexibilität
LPKF

In der Mikromaterialbearbeitung mit dem Laser gehört das Unternehmen technologisch zur Weltspitze und ist gleichzeitig auch Marktführer in der Herstellung von Laserschweißanlagen. Bei der Sensata-Tochter Schrader werden hauptsächlich die Polyamide PA 6 oder PA 6.6 im Laserschweißverfahren miteinander verbunden, etwa bei den OE-Sensoren "Faraday", "Gen Gamma" oder der Produktlinie HSSI. Maschinenseitig kommt dabei das von LPKF entwickelte Laserschweißsystem Inline Weld 6600 zum Einsatz.

Dessen Hochleistungsdiodenlaser arbeitet mit einer Wellenlänge von 980 Nm und einer Leistungsabgabe zwischen 50 und 300 Watt. Dabei können höchste Festigkeiten und Dichtigkeiten erreicht werden, was in einem luftführenden Bauteil besonders wichtig ist. Entsprechend erfüllen die Verbindungen die Norm IP67, die man auch bei besonders staub- und wasserdichten Highend-Smartphones findet. Weitere Vorteile des Verfahrens sind ein Schweißprozess ohne Oberflächenmarkierung und die ausbleibende mechanische Belastung der Fügepartner. Ferner werden empfindliche Bauteile im Umfeld durch die genau fokussierte Wärmeabgabe nicht belastet.

Quasisimultane Bearbeitung

Trotz der hohen Fertigungsqualität ist das Verfahren überaus schnell und eignet sich hervorragend für die Massenproduktion. So ermöglicht die Inline Weld 6600 die quasisimultane Bearbeitung von zwei Bauteilen, was kürzeste Zyklen und eine Schweißzeit von nur zwei Sekunden pro Einheit ermöglicht. Insgesamt setzt Schraders Mutterkonzern Sensata 26 integrierte Laserschweißanlagen ein, auf denen bislang rund 40 Mio. Teile hergestellt wurden.

"Die hohe Flexibilität und Vielseitigkeit des Laserdurchstrahlverfahrens bietet LPKF vielfältige Wachstumsmöglichkeiten, nicht nur im Automobil-, sondern auch im Medizin- und Konsumgüterbereich. Hierfür sind wir in China – einem der wichtigsten Absatzmärkte für unsere Maschinen – mit unserem breit aufgestellten Setup und lokalen Team bestens gerüstet", fügt Georg Heissen, LPKF-Vertriebsleiter Asien, hinzu.

 - Direktes Reifendruckkontrollsystem (RDKS)
Direktes Reifendruckkontrollsystem (RDKS)
Schrader International

Der weltweite Siegeszug von Reifendruckkontrollsystemen begann mit dem verpflichtenden Einsatz bei Neuwagen in den USA vor zehn Jahren. Im November 2014 folgte Europa und auch in Südkorea fordert der Gesetzgeber mittlerweile Reifendruckkontrollsysteme. Der mittlerweile größte Automarkt der Welt, China, dürfte sich wohl bald hier einreihen. Die technischen Standards wurden im Land der Mitte bereits 2011 verabschiedet.

Doch noch fehlen entsprechende Sanktionen, weshalb dort im Moment fast nur die oberen Fahrzeugklassen mit Reifendruckkontrollsystemen ausgestattet werden. Bis eine höhere Durchdringung bei Neufahrzeugen erfolgt ist, arbeitet Schrader aber bereits weiter an der Demokratisierung von RDKS. So bietet das Unternehmen aktuell speziell für China drei praktische Nachrüstsätze in OE-Qualität an. Und natürlich kommen auch bei deren Sensoren Laserschweißanlagen "made in Germany" zum Einsatz.

pl

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