Märkte 25.05.2012 5 Bewertung(en) Rating

Kunststoff-Branche setzt auf Investitionen

Das Geschäftsklima in der Chemie- und Kunststoff-Branche wird schlechter, insbesondere in Westeuropa und Nordamerika, ist aber insgesamt immer noch gut. Das zeigt eine neue Umfrage von Ceresana Research.

Die globale Chemie- und Kunststoffbranche gibt sich optimistisch – trotz der andauernden europäischen Schuldenkrise und der weltweit abflauenden Konjunktur. Die von Ceresana Research befragten Unternehmen zeigen sich mit der aktuellen Nachfrage aus dem In- und Ausland überwiegend zufrieden, jedes dritte Unternehmen plant sogar sein Produktionsvolumen zu erhöhen.

Stabile Nachfrage und steigende Produktion

Über 36% der von Ceresana Research befragten Unternehmen aus der Chemie- und Kunststoffbranche bewerten ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut. Damit beurteilen weniger Teilnehmer ihre Lage als gut als noch im Frühjahr. Dennoch erwarten über 42% der befragten Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage in den kommenden sechs bis zwölf Monaten - vor allem die Unternehmen in Asien/Pazifik. Dies liegt vor allem an der stabilen Nachfrage aus dem In- und Ausland.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen, welche die derzeitige Nachfrage nach ihren Produkten im Inland als gut bezeichnen, wollen die gute Ausgangslage nutzen und ihr Produktionsvolumen im Inland steigern. Auch gehen 44% der Teilnehmer davon aus, ihr Exportvolumen in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Etwas weniger rechnen mit einer gleich bleibenden Exportmenge und nur 6% gehen von einer Abnahme aus. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen, die ihr Exportvolumen steigern wollen, rechnen auch mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten.

 - Aktuelles Geschäftsklima der Chemie- und Kunststoff-Industrie: Auf einer Skala von -50 bis +50 werden Lage, Erwartungen und das daraus resultierende Barometer angegeben. Die Pfeile zeigen die Veränderung zur vorherigen Umfrage
Aktuelles Geschäftsklima der Chemie- und Kunststoff-Industrie: Auf einer Skala von -50 bis +50 werden Lage, Erwartungen und das daraus resultierende Barometer angegeben. Die Pfeile zeigen die Veränderung zur vorherigen Umfrage
Ceresana

Mehrkosten soll Verbraucher tragen

Über 60% der befragten Unternehmen glauben, dass sich die Preise für Rohstoffe und Vorprodukte in den kommenden zwölf Monaten erhöhen werden. Vor allem die Länder in Osteuropa gehen von steigenden Preisen aus. Hier erwarten 70% der Befragten einen Anstieg.

Die entstehenden Mehrkosten aufgrund von Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten werden dabei von den Unternehmen an den Verbraucher weitergegeben. So geben mehr als 70% der Teilnehmer an, die Mehrkosten auf den Kunden durch eigene Preiserhöhungen überwälzen zu wollen. Erst mit deutlichem Abstand kommt als alternative Lösung der Wechsel von Lieferanten bei 24,5%, gefolgt von einer Reduzierung der Lagerhaltung bei 17,7% der Teilnehmer infrage.

Im globalen Vergleich werden Preiserhöhungen vor allem von Teilnehmern aus Westeuropa (73,4%) und Nordamerika (72%) als Reaktion auf Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten vollzogen. Der Wechsel von Lieferanten ist bei 28% der Befragten in Westeuropa und bei 24% in Osteuropa geplant. Optionsgeschäfte und Hedging ist bei 18,4% der Teilnehmer in Asien-Pazifik ein Lösungsansatz.

Investitionen steigen weltweit

Einen weiteren Stabilisator für die zukünftige Entwicklung stellen die Unternehmensinvestitionen. Ein Großteil der Unternehmen hat in der Vergangenheit Investitionen getätigt. Weitere Investitionen, vor allem in Erweiterungen, Ersatz und Erneuerung sind geplant. Besonders häufig wird auch in innovative Produkte und Prozesse sowie Marketing & Vertrieb sowie Personal investiert. Investitionen in die Bereiche Nachhaltigkeit sowie IT-Systeme planen nur 17,1% bzw. 15,9% der Teilnehmer.

Ceresana hat für die aktuelle Lage der Unternehmen einen Stimmungsindex, den Ceresana Industry Monitors (CIM-Wert), von 10,2 Punkten ermittelt. Damit hat sich die aktuelle Lageeinschätzung der Unternehmen verglichen mit der vorherigen Umfrage (13,9 Punkte) leicht verschlechtert. Die Erwartungen fallen dagegen mit 16,4 Punkten (15,2 Punkte im Frühjahr) etwas besser aus. Das daraus resultierende CIM-Barometer für das globale Geschäftsklima ist im Vergleich zur Frühjahrsumfrage somit nur leicht, von 14,5 Punkten auf 13,3 Punkte, gefallen.

Methodik und Teilnehmer

Die Frühsommerumfrage des Ceresana Industry Monitors wurde im April/Mai 2012 durchgeführt. Befragt werden alle zwei Monate Unternehmen und Verbände der Chemie- und Kunststoffbranche. Geantwortet haben Entscheidungsträger aus 46 Ländern.

Neben einem Gesamtüberblick über die Chemie- und Kunststoff-Industrie haben die Marktforscher detaillierte Untersuchungen für fünf einzelne Branchen vorgenommen: Hersteller von Petrochemikalien, Kunststoffen & Elastomeren, Verarbeiter von Kunststoffen & Elastomeren, Spezialchemie, Chemie-Handel sowie Farben, Lacke & Klebstoffe.

(mg)

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