Technologie 28.10.2014 0 Bewertung(en) Rating

Innovationen unter skandinavischer Sonne

Im Rahmen des europäischen Verbundprojekts "SCOOP" (Solar Collectors Made of Polymers) hat ein Konsortium unter Koordination des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE Solarkollektoren aus Kunststoff entwickelt, die Funktionalität, Kostenbewusstsein und Ästhetik miteinander verbinden.

Die Demonstrationsanlagen des Projektpartners Aventa decken laut Fraunhofer ISE 62% des Gesamtverbrauchs für Heißwasser und Heizung von 34 Reihenhäusern im Passivhausstandard. Sie wurden Anfang Oktober der Öffentlichkeit präsentiert.

 - Reihenhaussiedlung Stenbratlia; in der Nähe von Oslo: 34 Reihenhäuser im Passivhausstandard wurden mit dachintegrierten Kunststoffkollektoren der Firma Aventa ausgestattet.
Reihenhaussiedlung Stenbratlia; in der Nähe von Oslo: 34 Reihenhäuser im Passivhausstandard wurden mit dachintegrierten Kunststoffkollektoren der Firma Aventa ausgestattet.
Fraunhofer ISE

In der Reihenhaussiedlung Stenbratlia in Mortensrud bei Oslo wurden an der Südseite der Dächer Solarkollektoren aus Kunststoff des norwegischen Unternehmens Aventa eingebaut. Aus der Mustersiedlung für energieeffizientes Bauen wurde ein Vorzeigeprojekt für die Solar- und Baubranche, das mit den integrierten Kunststoffkollektoren den Wünschen von Architekten und Bauherren gerecht wurde.

Verbindung von Nachhaltigkeit und Design

"Die Siedlung demonstriert, dass gutes Raumklima, erneuerbare Energien und Design erfolgreich miteinander verbunden werden können", sagt Egil Wahl, Projektleiter des Bauträgers Obos während der Bauphase, anlässlich der Begehung. Für den zuständigen Architekten, Hans Dahl, steht die Siedlung für "die Zukunft nachhaltiger Bauprojekte, in denen Solarkollektoren mit der Gebäudehülle verschmelzen", und so neben den energetischen Vorteilen auch einen visuellen Anreiz für die Bewohner bieten. Dahl war in der frühen Phase für das Projekt und somit die Implementierung der Solaranlage als Hauptenergiequelle für das Heizen verantwortlich.

Ästhetische Integration

Dahls Meinung zufolge ist es unerlässlich, dass Solarkollektoren ästhetisch in die Gebäude integriert werden. Wie dies geschehen kann, zeige die neue Siedlung vorbildlich. Pro Haus wurde eine Fläche von 14 m² mit Vollkunststoffkollektoren aus extrudierten Doppelstegplatten verbaut. Nicht nur der Heißwasser- auch der Heizbedarf der Reihenhäuser wird über das Solarsystem mit einem 800l-Tank bedient. Der Betrieb der Raumheizung erfolgt durch eine Fußbodenheizung auf Wasserbasis. Die Systeme sind einfach und mit geringem personellem Aufwand zu installieren, worin ein weiterer Vorteil der Kunststoffbauweise besteht.

"Mit den Solaranlagen in Stenbratlia können wir demonstrieren, dass sich Ästhetik und Kosteneffizienz nicht ausschließen", so Michael Köhl, Teamleiter am Fraunhofer ISE und Projektleiter des EU-Projekts SCOOP. "Im Gegenteil, die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich Kunststoffmaterialien für den Bau von zukunftsweisenden Solarkollektoren sehr gut eignen. Dies können wir nun auch in der Praxis nachweisen."

pl

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