10. Oktober 2011 | Editorial

Editorial: Auf geht's: 30 Jahre Fakuma!

Heute ist sie endlich gestartet, die 21. Fakuma in Friedrichshafen am Bodensee. Aus kleinsten Anfängen mit 70 Ausstellern und 4.000 Besuchern hat sich die Messe in drei Jahrzehnten zu einem internationalen Branchenevent mit in diesem Jahr 1.671 Ausstellern aus 37 Nationen entwickelt. Im Laufe der Jahre hat es die Fakuma auch geschafft, die technologischen Megatrends der Branche deutlich zu machen.

Das sind stolze Zahlen im Jubiläumsjahr. Und im Vergleich zur ersten Veranstaltung stimmen diesmal auch die konjunkturellen Voraussetzungen. Die Branche entwickelt sich dynamisch, mitunter mit zweistelligen Wachstumsraten, wie der neue GKV-Geschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt vermeldet. So ist das erste Halbjahr 2011 für die Kunststoff verarbeitende Industrie gut gelaufen: 13 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Verpackung, Technische Teile und Konsumwaren legten überproportional zu. Aber trotz überdurchschnittlicher Auslastung der Produktion bleibt die Ertragslage für viele Betriebe unbefriedigend. Die Volatilität der Erzeugerpreise hat stark zugenommen, und viele Unternehmen haben keine Chance, die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Überdies bereiten der Branche die weiter steigenden Energiekosten erhebliche Sorgen.

Freudige Erwartungen dagegen bei den deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenherstellern: Die Geschäfte laufen in diesem Jahr auf Rekordniveau, denn hohe Auftragsbestände und ein langsam beruhigter, aber nach wie vor beträchtlicher Auftragseingang, sorgen am Jahresende womöglich für ein Umsatzplus von 20%. Der kräftige industrielle Aufschwung hat viele Unternehmen an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht: Volle Auftragsbücher sorgen auch für lange Lieferzeiten. Momentan bekommen nicht selten jene Unternehmen den Zuschlag, die am schnellsten liefern können. So gespalten kann die Branchenstimmung in der Hochkonjunktur ausfallen.

Technologische Entwicklungstrends verdeutlichen

Die Fakuma habe es in den letzten Jahren auch geschafft, die großen technologischen Entwicklungstrends deutlich zu machen – nicht zuletzt, weil fast alle Technologieführer vor Ort seien. "Ausgehend von den großen gesellschaftlichen Megatrends wird sich auf der Messe vieles um die weitere Stückkostenreduzierung, um die energieoptimierte Produktion und natürlich auch um die Verbesserung der Nachhaltigkeit bei der Anwendung der Produkte drehen", stellt Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian, Institutsleiter des SKZ Kunststoffzentrum Würzburg, in seinem Exklusivbeitrag für die K-ZEITUNG fest. Die Redaktion hatte ihn kurz vor Messebeginn nach Trends und technischen Finessen auf der Messe befragt. Und er stellt der Fakuma ein durchweg gutes Zeugnis aus.

Auch für die K-ZEITUNG, die Paul E. Schall und seine Mannschaft von der Erstveranstaltung an medial begleitet, hat das Branchenevent am Bodensee in den letzten Jahren an Fahrt gewonnen. Die Redaktion fasst auf den Seiten 18 und 19 die Highlights der 30jährigen Geschichte des Branchenevents zusammen.

Die Fakuma ist aber auch die Erfolgsstory von Paul E. Schall, der sich seit 1975 ganz auf die Organisation technischer Messen konzentriert hat und heute als einer der bedeutendsten privaten Messemacher in bundesdeutschen Landen gilt. Er hatte die Idee, im tiefsten Süden der Republik eine Kunststoffveranstaltung ins Leben zu rufen. Einen wesentlichen Mitstreiter fand er seinerzeit im Arburg-Gesellschafter Eugen Hehl. Den Job, die Idee der Fakuma organisatorisch zu stemmen, bekam seinerzeit Annemarie Lipp, die heute noch als Projektleiterin die Geschicke des Branchenevents mit voller Power steuert. Paul E. Schall hat es in all den Jahren geschafft, seine Fakuma als Spiegelbild der Kunststoff verarbeitenden Industrie zu gestalten. Drei Mal hat er sich massiv für die Erweiterung des Friedrichshafener Messegeländes eingesetzt und letztlich Erfolge erzielt. Und wie es aussieht, wird er sich wohl noch ein viertes Mal mit den Standortverantwortlichen zusammensetzen müssen.

Von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Paul E. Schall und seine Fakuma-Mannschaft. Glück auf für die nächsten Jahrzehnte. Wir sehen uns in Friedrichshafen!

Joachim Rönisch


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Editorial: Vor dem nächsten Sprung

Vor 25 Jahren war China erstmals Partnerland der Hannover Messe. Was sich während dieses Vierteljahrhunderts im viertgrößten Flächenstaat der Erde entwickelt hat - darüber lässt sich mitunter nur staunen. im Maschinenbau richten sich die Chinesen neu aus, was auch die Orientierung im Bereich der Kunststoff- und Gummimaschinen beeinflusst.

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