02. Februar 2012 | Branche

PUR aus CO2 - Auszeichnung für BMS

Seit Februar 2011 betreibt die Bayer Material Science eine Pilotanlage im Chempark Leverkusen, mit der aus CO2 eine Chemikalie zur Herstellung von Polyurethan produziert wird. Nun zählt die Anlage zu den Preisträgern im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen".

BMS testet die Herstellung von Polyurethanen mithilfe von Kohlendioxid (CO2). In dieser neuen Pilotanlage wird das CO2 in einen chemischen Rohstoff eingebunden. Ein Durchbruch in der Katalyseforschung machte das innovative Verfahren möglich
Foto: BMS

Leverkusen (P) - Ein Projekt der Bayer Material Science AG (BMS), Leverkusen, zur Nutzung des Klimagases Kohlendioxid als Kunststoff-Baustein zählt zu Deutschlands vielversprechendsten Zukunftsideen. Die Forschungsinitiative "Dream Production" ist einer der Preisträger in dem diesjährigen Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen". Eine entsprechende Pilotanlage bei BMS in Leverkusen gehört damit zu den "Ausgewählten Orten 2012". Das CO2 aus der Energiewirtschaft soll zur Herstellung hochwertiger Schaumstoffe aus Polyurethan (PUR) dienen und so den bisherigen Rohstoff Erdöl teilweise ersetzen.

An dem im Sommer 2010 gestarteten Projekt sind neben Bayer der Energiekonzern RWE, die RWTH Aachen University und das an der Hochschule ansässige CAT Catalytic Center beteiligt. Forscher von Bayer und CAT haben gemeinsam einen Katalysator entwickelt, der das neue Verfahren erst möglich macht. In der Pilotanlage im Chempark Leverkusen wird seit Februar 2011 mit Hilfe von CO2 aus einem Braunkohlekraftwerk von RWE in Niederaußem bei Köln eine Chemikalie produziert, die zur Herstellung von Polyurethan dient. 2015 soll das CO2-basierte Vorprodukt in die industrielle Fertigung gehen.

In dem Wettbewerb unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten werden jährlich 365 Projekte und Ideen prämiert, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. Veranstaltet wird er seit 2006 unter anderem von der Standort-Initiative "Deutschland – Land der Ideen". Die Preisträger sind nach Ansicht der Juroren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien "Indikatoren für die ausgeprägte Innovationskultur Deutschlands und Spiegelbild bedeutender Zukunftstrends". Für die Auszeichnung, die in sechs Kategorien vergeben wird, gab es dieses Mal mehr als 2.000 Bewerbungen. "Dream Production" setzte sich in der Kategorie Wissenschaft durch.


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