29. Oktober 2009 | Branche, Composites, Automotive

AVK-Innovations-Awards für Kunststoff im Automobil

Die AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V. hat ihre Innovationspreise in vier Kategorien vergeben. Die begehrte Trophäe in der Kategorie Industrie teilen sich in diesem Jahr zwei Automobilhersteller, die beide jeweils ein crash-belastetes metallisches Bauteil mit thermoplastischen Faserverbundwerkstoffen wirtschaftlich und in der Serienproduktion ersetzen.

Innovations-Award Industrie: Hans Schwager, Leiter Kunststoffentwicklung BMW (2.v.l.) mit Peter Galitz, Abteilungsleiter Federung (2.v.r.), Mario Lochmüller, BMW (l.) und Diethard Schneider als Produktionspartner vom Zulieferer Contitech
Innovations-Award Industrie: Hans Schwager, Leiter Kunststoffentwicklung BMW (2.v.l.) mit Peter Galitz, Abteilungsleiter Federung (2.v.r.), Mario Lochmüller, Projektleiter BMW (l.) und Diethard Schneider als Produktionspartner vom Zulieferer Contitech
Fotos: K-ZEITUNG

Stuttgart (gr) - 2009 zeichnet die AVK insgesamt fünf Preisträger in vier Kategorien aus. In der Kategorie Industrie teilt sich BMW den ersten Platz mit einer Volkswagen-Anwendung unter Mitwirkung der TU Dresden.

Einen ersten Schritt in Richtung Kunststoff-Bauteile im Fahrwerk geht BMW mit einem Kunststoff-Getriebequerträger, wie Dipl.-Ing. Peter Galitz als Abteilungsleiter Federung/ Dämpfung betont. Dies ist ein Strukturbauteil zur Aggregate-Lagerung, das im Spritzgießverfahren hergestellt wird. Neben der Funktion als Getriebelager trägt der Kunststoff-Getriebequerträger zur Gesamtfahrzeug-Steifigkeit bei, nimmt im Crash-Fall Kräfte auf und dient dabei zur Kraftübertragung.

BMW hat untersucht, ob der Getriebequerträger aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt werden kann, um Gewicht zu reduzieren. Neben Versuchen an Komponenten-Prüfständen wurden Bauteilprüfungen am Gesamtfahrzeug vorgenommen, wie z. B. Gesamtfahrzeugcrash, dynamische Korrosionsprüfung sowie eine Dauererprobung. Die Akustik wurde durch geometrische Änderungen verbessert. Bauraum und Befestigungskonzept sind identisch mit dem bisher eingesetzten Aluminium-Druckguss-Bauteil.

Wesentliche Punkte in der Entwicklung war die Gewichtsreduzierung um etwa 1 kg, die mechanischen Eigenschaften bei hohen Temperaturen, ein günstiges akustisches Verhalten und die Integration in den bestehenden Bauraum. Der Kunststoff-Getriebequerträger ist beim neuen 5er GT bereits im Serieneinsatz. In weiteren Fahrzeugen ist die Verwendung geplant.

Max Ehleben, VW-Konzernforschung (l.) und Michael Krahl von der TU Dresden präsentieren die preisgekrönte Sitzschalenkonstruktion aus Kunststoff mit textilen Inserts
Max Ehleben, VW-Konzernforschung (l.) und Michael Krahl von der TU Dresden präsentieren die preisgekrönte Sitzschalenkonstruktion aus Kunststoff mit textilen Inserts

Volkswagen und das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik, Technische Universität Dresden erhalten den Preis für die Entwicklung „Thermoplastischer Hybridstrukturen“. Das sind Strukturbauteile aus Kunststoff, die in den stark beanspruchten Bereichen mit örtlichen, textilen Inserts verstärkt werden. Dank dieser Mischbauweise können hoch belastete, metallische Strukturbauteile durch leichtere Kunststoffbauteile ersetzen werden.

Die neu entwickelte VW-Sitzschale wurde mit einer innovativen Fertigungsvariante hergestellt, die das wirtschaftliche Pressen von Langfaserverstärkten Thermoplasten mit neuartigen Endlosfaser-verstärkten Inserts kombiniert. Die Schale erfüllt die mechanischen Lastenheft-Anforderungen und ermöglicht eine erhebliche Gewichtsreduktion von 45% gegenüber konventionellen Sitzschalen in Stahlbauweise.

Den Hochschulpreis errang das Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen (IKV) mit seiner Entwicklung zur automatisierten und großserientauglichen Fertigung endlosfaserverstärkter Kunststoffbauteile mithilfe des Spaltimprägnierverfahrens. In der Kategorie Umwelt überzeugte der Werkstoffhersteller DSM mit Aluminium-ersetzenden Luftfrachtcontainern aus Komposit-Paneelen – kostenneutral produzierbar mit 50% Gewichtersparnis bei dreifacher Schadenstoleranz. Einen Sonderpreis vergibt die AVK für das Splash Car, ein geländegängiges und schwimmfähiges Freizeit-Elektrofahrzeug der CPM Composite Products Mücke.

 


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Vor 25 Jahren war China erstmals Partnerland der Hannover Messe. Was sich während dieses Vierteljahrhunderts im viertgrößten Flächenstaat der Erde entwickelt hat - darüber lässt sich mitunter nur staunen. im Maschinenbau richten sich die Chinesen neu aus, was auch die Orientierung im Bereich der Kunststoff- und Gummimaschinen beeinflusst.

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