20. August 2010 | Branche, Werkzeuge

Deutsche Maschinenbauer ignorieren chinesisches Internet

Nach einer aktuellen Studie der Stuttgarter Internetagentur Echolot Digital Worx leisten sich nur 20 von 110 untersuchten Unternehmen überhaupt einen Internetauftritt in chinesischer Sprache, davon waren lediglich sechs Webseiten frei von gravierenden Mängeln.

Stuttgart (R) – Obwohl China unlängst Deutschland den Rang als Exportweltmeister abgelaufen hat, ist dennoch der chinesische Markt einer der wichtigsten für den deutschen Maschinenbau. Doch die Werkzeugmaschinenbauer ignorieren die Möglichkeiten, die ihnen beispielsweise das chinesische Internet bietet. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Stuttgarter Internetagentur Echolot Digital Worx. Von 110 untersuchten Unternehmen können nur sechs einen makellosen Internetauftritt in chinesischer Sprache vorweisen.

Mit über 384 Mio. Anwendern ist das chinesische Internet das wichtigste Informationsmedium im Reich der Mitte. Dies nahmen die Internetspezialisten zum Anlass für ihre aktuelle Studie. Darin nahmen die Stuttgarter die Internetdarstellung von 110 Werkzeugmaschinenbauern im Exportmarkt China unter die Lupe und kamen zu einem ernüchternden Ergebnis: Obwohl China der wichtigste Exportmarkt ist, präsentiert sich die überwiegende Mehrheit der exportierenden Unternehmen nicht im chinesischen Internet.

Nur 20 Unternehmen leisten sich überhaupt einen Internetauftritt in chinesischer Sprache. Davon waren lediglich sechs Webseiten frei von gravierenden Mängeln. 14 Internetauftritte hingegen waren unvollständig übersetzt und enthielten Fehler in Rechtschreibung und Grammatik. Die Gründe sind vielfältig, in erster Linie sind es die Angst vor Plagiaten und damit verbundenem Know-how-Verlust sowie die aufwändigen Übersetzungen.

„Manches deutsche Unternehmen mit chinesischer Internetseite schlittert aber auch in praktische Probleme“, weiß Yuanii Wang, einer der Autoren der Studie. „So gibt es Unternehmen, die im Kontaktbereich ausschließlich Rufnummern in Deutschland präsentieren. Nicht beachtet wird dabei die Zeitverschiebung von sieben Stunden im Winter und sechs Stunden im Sommer zwischen Deutschland und China. Einem chinesischen Anrufer bleibt so als Ansprechpartner nur der nächtliche Sicherheitsdienst oder der Anrufbeantworter.“

Eine weitere spezielle Eigenheit des chinesischen Internets: Die Suchmaschine Baidu ?? ist hier Marktführer bei der Internetrecherche. Google folgt auf Platz zwei, allerdings mit deutlichem Abstand. Doch kaum ein Unternehmen nutzt aktiv die Vermarktungsmöglichkeiten in Baidu um für eigene Produkte zu werben, weil sich die Unternehmen zu wenig auf die Besonderheiten des chinesischen Marktes einlassen.


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