Marktplatz für Hybridtechnik

Mit der zweiten Proform nach 2008 hat die Dortmunder Fachmesse für Hybridtechnologie „das fachliche Niveau des Ausstellungsspektrums verbessert“, resümmiert Stefan Baumann, Geschäftsführer der Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH. Eine verringerte Ausstellungsfläche und dünner Besucherzuspruch – die Messe meldet 1.800 Besucher für die vier Messetage – sind Wermutstropfen der Veranstaltung.

Einfaches Beispiel für zukunftsweisende Technikintegration: Die Komplettanlage von Wittmann-Battenfeld spuckt umspritzte Flaschenöffner aus
Einfaches Beispiel für zukunftsweisende Technikintegration: Die Komplettanlage von Wittmann-Battenfeld spuckt umspritzte Flaschenöffner aus
Foto: Proform

Dortmund (gr) - Renommierte Namen unter den diesjährigen Erstausstellern wie etwa Wittmann Battenfeld, Oni, Bihler und Hasco haben die Proform in diesem Jahr aufgewertet. Gleichwohl konnte die reine Ausstellerzahl nur knapp gehalten werden, die Ausstellungsfläche ging leicht zurück. „In einem günstigeren Jahr ohne Krise während der Buchungsphase würden wir jetzt die zweite Messehalle eröffnen“, deutet Baumann die Auswirkungen der zurückliegenden Krisenmonate.

„Wir kommen gerade erst aus der Krise heraus, die Messeanfrage kam diesmal für viele Anbieter einfach zur falschen Zeit“, schildert Matthias Uhl, Arburg. Für das Beiratsmitglied stand die Messeteilnahme allerdings nicht zur Debatte. Hier finde der Spritzgießmaschinen-Hersteller interessante Kontakte zu Metallverarbeitern mit Kunststoffambitionen, eine ganz neue Zielgruppe.
Ähnlich bewertet Helmut Eckardt als Direktor Neue Technologien bei Wittmann-Battenfeld die Dortmunder Proform: „Wir haben hier wie kaum sonst die Gelegenheit, unsere Stärken in Bezug auf Automatisierung über die ganze Prozesskette zu demonstrieren.“ 

„70% aller produzierten Metallteile landen heute im Kunststoff“, betont Adolf Edler von Graeve, Vorstandsvorsitzender des KIST (Kompetenz- und Innovationszentrum für die Stanztechnologie Dortmund). Metall wird an Kunststoff montiert, umspritzt, gestitched oder auch laminiert. Sowohl Metall- wie auch Kunststoffverarbeiter beginnen, ihre Prozesskette zu erweitern.

Neben den metallverstärkten Strukturbauteilen steigt auch die Bedeutung dekorativer Bauteile, bei denen etwa Bleche hinterspritzt und dabei gleichzeitig umgeformt werden, wie Marius Fedler, Bereichsleiter Verfahrensentwicklung beim Kunststoff-Institut Lüdenscheid (KIMW) unterstreicht. „Ganz wichtig wird es für die Verarbeiter sein, Bauteile möglichst in einem Fertigungsschritt komplett zu produzieren“, umspritzt, umgeformt, etwaige Sensoren integriert und so fort. In dem Zusammenhang verweist Fedler auf den steigenden Elektronikanteil im Automobil, der ebenfalls die Hybridtechnik beflügele. 


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