25. November 2009 – Hannover (H) Dass es ohne den Werkstoff Kautschuk in vielen Industriesegmenten nicht geht, stellt das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie seit nunmehr 25 Jahren ständig unter Beweis. In dieser Forschungsschmiede in Hannover wurden und werden auch weiterhin neue Verfahren und Produkte für die Kautschukwelt entwickelt. „Dabei nimmt unser Institut weltweit eine Spitzenstellung ein“, erklärte nicht ohne Stolz Institutsleiter Prof. Dr. Robert Schuster, einer der Väter dieses Erfolgs. Über 200 renommierte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Instituten machten am 18. November die Feierstunde zum 25-jährigen Jubiläum zu einem illustren Ereignis.
„Unser DIK ist ein unverzichtbares Baustein der Kautschukbranche“, unterstrich Prof. Dr. Schuster weiter. Auch der neue Wirtschaftsminister Jörg Bode von der FDP ließ es sich nicht nehmen, die Bedeutung des Instituts für die Kautschukindustrie, das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover hervorzuheben. „International genießt das DIK einen sehr guten Ruf als Forschungseinrichtung, die darüber hinaus jedoch auch enorm wichtig als Impulsgeber von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen ist“, erklärte der Minister in seiner Festrede. Immer wieder betonten alle Gastrednern das hohe Forschungsengagement dieses außeruniversitären Institutes sowie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Vorbildcharakter habe dabei, da waren sich alle einig, die Erfindung eines eigenen Studienganges in Kooperation mit dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie und der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, in dem die europäische Kautschukexperten von morgen ausgebildet werden.
Dr. Sven Vogt vom Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK) wagte eine Prognose zur momentanen Finanz- und Wirtschaftskrise, in der er der Kautschukbranche nicht zuletzt wegen der optimalen Forschungsarbeit sehr gute Aussichten bescheinigte, aus der Krise sogar gestärkt hervorzugehen. Prof. Schuster erklärte dazu, dass die Fördermittel für die Grundlagenforschung gut angelegt sind und sich auch auszahlen würden. Immerhin weise das DIK seit 17 Jahren eine positive Bilanz aus. Zum Erfolg des Kautschukinstitutes trage nach Aussage von Dr. Sven Vogt neben den Forschungsmitteln des Landes Niedersachsen und der Unterstützung der Stadt Hannover auch die moderne Forschungsstätte bei. Weitere Erfolgsfaktoren sind auch Kooperationen mit der Leibniz Universität Hannover sowie mit Unternehmen wie der Conti, der Laser Zentrum in Garbesen und demnächst auch dem Solar-Institut in Hameln.
Nicht genug der Ehrengäste: Dipl.-Kaufm. Jürgen Gunther, der Vorsitzende der Deutschen Kautschukgesellschaft (DKG), sieht in der öffentlichen Wahrnehmung für den Werkstoff Kautschuk durchaus noch erheblichen Nachholbedarf. Zwar genieße der Jubilar DIK in der Branche einen exzellenten Ruf, aber die Kautschukindustrie generell friste seiner Meinung nach leider noch ein Schattendasein. „Dies sei unerklärlich wenn man weiß, wo Kautschuk so alles drinsteckt, beispielsweise angefangen bei der Autoindustrie über die Haushaltsgeräteindustrie bis hin zur Medizintechnik und dem Schiffbau“, so Gunther und fügt an, dass letztlich schließlich kein Motor ohne Kautschuk arbeiten könnte. Auf den Punkt gebracht ist auf Kautschuk nicht zu verzichten, obwohl einschränkend gesagt werden muss, dass dieser Werkstoff nur in seltenen Fällen das Hauptprodukt eines Produktes ausmacht. Im Übrigen vertritt das DKG etwa 100 mittelständisch geprägte Unternehmen mit mehr als 30.000 Mitarbeitern.
Auch Dipl.-Vw. Fritz Katzensteiner, der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands der Deutschen Kautschukindustrie (WDK), der dem DIK schon lange verbunden ist, fand lobende Worte für den Jubilar. „Das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie hat sich in den Jahren nach seiner Gründung stetig weiter entwickelt und war vor allem auch in seiner technischen Ausstattung der Branche immer einen Schritt voraus“, betonte Fritz Katzensteiner.
Zu den Highlights im Alten Rathaus zählten auch die von Werner Fricke (ADK) moderierten Podiumsdiskussionen, in der u.a. auch mit angehenden Doktoranden über die Aus- und Weiterbildung von Kautschukfachleuten diskutiert wurde.
In eigener Sache gab Prof. Dr. Schuster schließlich noch eine wichtige Personalie bekannt. So gibt er zum Jahresende nach 17. Jahren als Institutsleiter das Zepter an seinen Nachfolger Dr. Ulrich Giese weiter. Einen Mann aus den eigenen Reihen, der zur Zeit noch verantwortlich die Abteilung Elastomerchemie führt. Abgerundet wurde der erste Tag durch einen Hobbykünstler aus den eigenen Reihen, der durch Kunststückchen zu überzeugen wusste.
Am zweiten Tag standen interessante Referate auf der Tagesordnung. So referierte u.a. Dr. Osen vom Freudenberg Forschungsdienst KG über das das Thema „Innovationen mit Kautschuk – vom Leder-Simmering zur Hightech-Dichtung“.
Mehr zur Veranstaltung in der nächsten K-ZEITUNG.
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