29. Oktober 2009 | Branche

Krankenkassen sind Innovationshemmer

Medizintechnik-Verbände fordern schnellere Verbreitung des medizintechnischen Fortschritts in Deutschland.

Berlin (O) - Die deutschen Medizintechnik-Verbände bemängeln, dass zahlreiche Innovationen, die zu mehr Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung beitragen könnten, zu langsam auf den heimischen Markt kommen. Als größten Hemmschuh nannten sie die komplexen Strukturen und Abläufe der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mit 90% die Nachfrage nach medizinischen Leistungen auf dem deutschen Markt dominiere. Anlässlich des Innovationsforums Medizintechnik in Berlin haben die veranstaltenden Branchenverbände Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), Spectaris und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) daher wirksame Maßnahmen gefordert. Wenn sich die Innovationen in Deutschland langsamer verbreiten als in ausländischen Märkten, sei langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Medizintechnik gefährdet, sagte Ulrich Krauss, Vorsitzender des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris.

Zur Problemlösung schlagen die Medizintechnik-Verbände eine stärkere Einbindung der Hersteller in die Entscheidungsprozesse über die Erstattung der innovativen Produkte und Behandlungsformen durch die GKV vor. Ebenso sollten die Antragsverfahren vereinfacht und die formalen Anforderungen an die technischen Gegebenheiten der Medizintechnikindustrie angepasst werden. Für einen schnelleren Marktzugang würde auch eine zeitlich befristete Finanzierung durch die GKV beitragen.


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