Osnabrück (P) - In seiner Begrüßungsrede erläuterte Vizepräsident Prof. Dr. Peter Seifert anschaulich anhand von Fotos und Lageplänen die Entstehungsgeschichte dieses Bauvorhabens. Mit dem Bau des neuen Technikums wurden jetzt die Voraussetzungen für Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Kunststofftechnik entscheidend verbessert. Die Fachhochschule geht davon aus, dass dadurch die Attraktivität des Kunststofftechnikstudiums für Studienanfänger deutlich verbessert wird und hofft auf eine weitere Zunahme der Anfängerzahlen, um dem wachsenden Bedarf der Industrie an gut ausgebildeten Kunststofftechnik-Ingenieuren begegnen zu können.
In einem schriftlichen Grußwort machte der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Jörg Bode deutlich, wie wichtig die gummi- und kunststoffverarbeitende Industrie für Niedersachsen ist. Der Minister wünschte den Professoren und Mitarbeitern des neuen Kunststofftechnikums „…viele gute Kontakte zur Wirtschaft, aus denen die Innovationen von morgen erwachsen“.
In dem Einführungsreferat stellte Dipl.-Ing. Ludger Vehring von der Röchling Engineering Plastics (Haren) aus Sicht eines weltweit tätigen Unternehmens die Potenziale und Perspektiven der Kunststofftechnik dar. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Industrie sei dazu ebenso notwendig wie eine regionale und überregionale Vernetzung, um gemeinsame Herausforderungen besser bewältigen zu können. Dem drohenden Fachkräftemangel könne nur gemeinsam begegnet werden. „Das duale Studium muss unbedingt weiter gefördert werden. Die praxisnahe Ausbildung in den Unternehmen in Kombination mit einem Hochschulstudium bringt viele Vorteile für alle Beteiligten mit sich“, so Vehring.
Stellvertretend für die Unternehmen übermittelten Repräsentanten der niedersächsischen Kunststoff-Netzwerke ihre Grußworte. Die Kunststofftechnik der Fachhochschule Osnabrück gestaltet das Wissens- und Innovationsnetzwerk Polymertechnik (WIP) im Vorstand mit und ist im Kunststoffnetzwerk Ems-Achse und der Wachstumsregion Hansalinie aktiv.
In zwei Fachvorträgen gaben die Professoren Rainer Bourdon und Norbert Vennemann im zweiten Teil der Veranstaltung einen Einblick in ihre jeweiligen Arbeits- und Forschungsschwerpunkte. Dazu gehören moderne Methoden der Spritzgießverarbeitung zur Qualitätsoptimierung ebenso wie die Entwicklung und Charakterisierung neuartiger TPEs. Beide Themengebiete sind hochaktuell und bieten viele Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft.
Internationales Flair kam auf, als zum Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung einige aktuelle Projekte von Studierenden des Masterstudiengangs Angewandte Werkstoffwissenschaften vorgestellt wurden. Drei Studentinnen, geboren in Bulgarien, China und Bayern, referierten dabei über Anwendungsmöglichkeiten von Kohlenstoff-Nanoröhrchen, über spezielle Elastomerwerkstoffe sowie über sprühbare Folien für die Landwirtschaft und machten dabei ganz nebenbei auch anschaulich deutlich, das Wissen keine Grenzen kennt.
Seinen Ausklang fand die Veranstaltung in lockerer Runde bei Informationsaustausch und Fachgesprächen.

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