Anwendungen 13.08.2012 0 Bewertung(en) Rating

Dichtungsschäumen im 20-Sekundentakt

Der Automobilzulieferer Gealan produziert parallel zwei Kunststoffformteile mit klebfreien PUR-Dichtungen und nutzt dafür eine kompakte Prozesstechnik der Rampf Dosiertechnik.

 - Produktionshalle Werk I von Gealan Formteile in Oberkotzau
Produktionshalle Werk I von Gealan Formteile in Oberkotzau
Gealan

Für die Gealan Formteile GmbH, einem Zulieferunternehmen der Automobilindustrie, hat Rampf Dosiertechnik eine Dichtungsschaumanlage mit zwei Robotern, Niederdruck-Plasma-Oberflächenaktivierung und integrierter Dosiertechnik konzipiert. Das Dosiersystem besteht aus der Materialaufbereitung, Dosierung, einem Mischsystem und der Steuerung. Die Anlage kann von einer Bedienperson gefahren werden und produziert zwei Teiletypen. Die Teile werden über Schiebetische den Robotern zur Verfügung gestellt und kommen nach dem Dichtungsauftrag mit klebfreier Dichtung zum Bediener zurück.

Auf der Basis eines standardisierten Baukastensystems konzipierte die Rampf Dosiertechnik eine kompakte Dosieranlage nach folgenden Kriterien für den Automobilzulieferer: Innerhalb des Prozesses sollten die Bauteile und Komponenten komplett beschäumt und somit die Abdichtaufgabe erfüllt werden. Die Beschäumung eines Teiles sollte im 20-Sekunden-Takt erfolgen, so dass im Wechsel zwischen Plasma-Behandlung und Applikation des 2-K-Schaums zwei Teile in der Minute gefertigt werden können: Deckel und Gehäuse. Der Auftrag des Dichtungsschaums auf das Bauteil sollte dreidimensional erfolgen. Außerdem wünschte sich der Kunde eine sortenreine Fertigung von Gehäusen und Deckeln. Das Teilehandling, das heißt die Entnahme der fertigen Komponenten vom Schiebetisch, muss von einer Person bedient werden können. Die neue Anlagentechnik sollte zudem eine geregelte Luftbeladung des Polyols, der A-Komponente, vor der Mischung der zwei Komponenten im Mischkopf, ermöglichen.

 - Zusammenbau der Baugruppe: Dichtrahmen L6, Frischluft/Umlufttrackt mit sichtbarer PUR-Komponente (Innenleben - Eigentum Fa. Behr)
Zusammenbau der Baugruppe: Dichtrahmen L6, Frischluft/Umlufttrackt mit sichtbarer PUR-Komponente (Innenleben - Eigentum Fa. Behr)
Gealan

Klebfrei in 10 Minuten

Der Schiebetisch, auf dem die Gehäuseteile transportiert werden, fährt an. Der Roboterarm greift sich einen Deckel, fährt damit zur Plasma-Düse der kompakten Dosieranlage C-DS 17 60 und holt sich das Plasma. Zur besseren Haftung der Dichtung aus PUR wird das Formteil vorher mit Plasma vorbehandelt. Zwei Roboter applizieren im Wechsel Plasma auf das eine Bauteil und dosieren Dichtungsschaum auf das andere Bauteil. Der Vorteil der Dosieranlage ist, dass die Dosiereinrichtung auf zwei Positionen stehen kann und somit die kurzen Taktzeiten von 20 s je Bauteil ermöglicht werden können. Das beschäumte Bauteil wird vom Roboter auf ein Taktband gelegt. Zu diesem Zeitpunkt ist das Material noch nicht klebfrei. Das Taktband ist so ausgelegt, dass die Teile nach dem Erreichen der Klebfreizeit von ca. 10 min beim Bediener ankommen und dann problemlos den nächsten Prozessschritten zugeführt werden können. Jeder Teiletyp ist einem Zuführtisch und einem Taktband zugewiesen und produziert damit sortenrein. Die Kompakt-Dosiertechnikanlage verfügt über zwei integrierte Industrieroboter und wurde von Rampf Dosiertechnik speziell für die Anforderungen der Gealan Formteile GmbH gebaut. Dosiert wird unter anderem ein schwarzer Kunststoff, Raku-PUR 32 32 50-1, von Rampf Giessharze auf der Basis von Polyamid, der Wanne und Deckel sicher abdichtet.

Luftbeladung durch ein Zwei-Pumpensystem

 Mit der Einführung eines Zwei-Pumpensystems regelte Rampf Dosiertechnik die Luftbeladung für die Dosieranlage. Die A-Komponente wird durch geregelte Luftbeladung in einem eigenständigen Kreislauf homogenisiert. Das somit gut aufbereitete Material wird von der Dosierpumpe zur Mischeinrichtung gepumpt. Durch die Trennung der Materialrezirkulation von der Dosierung entsteht eine schnelle Homogenisierung des Materials. Rezirkulationssysteme stellen sicher, dass immer homogen aufbereitetes Material zur Vermischung bereit steht. Durch die Trennung von Rezirkulation und Dosierung ist es möglich, die Anpassung der Materialaufbereitung an Prozessparameter, sehr flexibel einzustellen, wie zum Beispiel neue Luftbeladungsparameter, um die Reaktion der Schaumstruktur zu bestimmen. Ein weiterer Vorteil der geregelten Luftbeladung besteht im minimierten Verschleiß der Dosierpumpen.

Nach intensiven Vorversuchen und Bemusterungen im Hause Rampf Dosiertechnik konnte die Dosieranlage C-DS 17 60 mit Industrierobotern in einem Zeitraum von 18 Wochen bei Gealan ufgebaut und in Betrieb genommen werden.

reh

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