ETH Zürich - PLA in Verpackungen und Einwegbechern Märkte 10.11.2015 0 Bewertung(en) Rating

Biokunststoffe: Weltweit steigende Kapazitäten

Trotz niedrigen Ölpreises erwartet die Biokunststoff-Branche ein mittelfristiges Wachstum von mehr als 350 %. Allerdings entstehen die neuen Produktionskapazitäten weitgehend außerhalb Europas.

European Bioplastics stellte seine aktuelle Marktdatenauswertung im Rahmen der 10. European Bioplastics Konferenz Mitte November in Berlin vor. Demnach setzt sich der positive Wachstumstrend der weltweiten Biokunststoffindustrie fort. "Der Markt wird mittelfristig um mehr als 350 Prozent wachsen", teilte François de Bie, Vorstandsvorsitzender von European Bioplastics mit.

Biobasiertes PE und PET sind die größten Treiber

 - Weltweite Produktionskapazitäten für Biokunststoffe, 2015-2019 Prognose
Weltweite Produktionskapazitäten für Biokunststoffe, 2015-2019 Prognose
European Bioplastics, IfBB, Nova-Institut

Die Daten, erhoben in Zusammenarbeit mit dem IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover und dem Nova-Institut, zeigen, dass die weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe in den kommenden Jahren weiter steigen werden von 1,7 Mio. t im Jahr 2014 auf etwa 7,8 Mio. t bis 2019. Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe, wie biobasiertes PE und biobasiertes PET sind die größten Wachstumstreiber. Über 60 % der weltweiten Produktionskapazität waren im Jahr 2014 biobasierte, haltbare Kunststoffe. Dieser Anteil wird bis 2019 auf über 80 % ansteigen.

PHA-Kapazität wird sich bis 2019 verdoppeln

Die Produktionskapazität für biologisch abbaubare Kunststoffe, wie PLA, PHA und Stärkeblends verzeichnet ebenfalls ein großes Wachstum von rund 0,7 Mio. t in 2014 zu weit über 1,2 Mio. t in 2019. Die Produktionskapazität von PHA wird sich bis 2019 verdoppeln aufgrund eines starken Ausbaus von Kapazitäten in Asien und den USA. "Kompostierbare Kunststoffe entwickeln sich von einem Nischen- hin zu einem Mainstreamprodukt, denn sie bieten einen echten Mehrwert für ganz spezielle Anwendungsbereiche", erläutert de Bie.

Verpackungen bleiben das mit Abstand führende Anwendungsgebiet für Biokunststoffe mit knapp 70 % (1,2 Mio. t) Anteil am gesamten Biokunststoffmarkt. Aufgrund der hervorragenden Eignung von Biokunststoffen für den Verpackungsmarkt, wird dieser Anteil bis 2019 auf über 80 % (6,5 Mio. t) ansteigen. "Die Daten verdeutlichen einen wichtigen Trend, Verpackungen noch ressourcenschonender zu gestalten. Dies spiegelt auch die wachsende Nachfrage der Verbraucher nach Produkten mit einem geringen Umwelteinfluss wider", erläutert de Bie. Die Daten bestätigen außerdem einen deutlichen Anstieg von Biokunststoffen in den Anwendungsbereichen Textilien, Automobil sowie bei Gebrauchsgütern.

Asien baut Führungsrolle aus, Europa bleibt deutlich zurück

Asien wird seine Rolle als zentrale Produktionsstelle weiter ausbauen. 2019 werden mehr als 80 % der Biokunststoffe in Asien produziert werden. Europa wird mit weniger als 5 % der Biokunststoffproduktion weit hinter diesem Trend zurückbleiben. Ein Ursache hierfür ist die Politik in den USA, Asien und Lateinamerika, die weit stärker als in Europa auf marktnahe Unterstützung setzt, um neue Produktionsstätten anzuziehen und ein schnelleres Marktwachstum zu fördern.

"Vor diesem Hintergrund ist ein europäischer Gesetzesrahmen, der einen gleichberechtigten Zugang zu biobasierten Rohstoffen sowie verbesserte Bedingungen für die Markterschließung biobasierter Produkte schafft und den positiven Beitrag kompostierbarer Kunststoffe im Kontext effizienter Entsorgung und Verwertung anerkennt, von höchster Wichtigkeit. Wir ersuchen daher die EU-Gesetzgeber, das immense Potenzial von Biokunststoffen zu berücksichtigen und bestmöglich für Europa zu nutzen", sagt de Bie abschließend.

mg

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